Truthteller Tatjana Luethi – Mrs Globalicious

„Ich habe nicht die Geduld nur darüber zu reden – ich will Ergebnisse sehen!“

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Wie sich ein Leben ändern kann, wenn es einen durch Zufall an einen Ort verschlägt, davon kann Tatjana Luethi aus Los Angeles ein schönes Liedchen singen. Seit über 20 Jahren lebt die Schweizerin mittlerweile in Los Angeles und das, wobei es ursprünglich gar nicht ihr Plan war in den Staaten ihre Zelte auf Dauer aufzuschlagen.

 

Mittlerweile ist sie nicht nur erfolgreicher Female Entrepreneur und blickt auf spannende Jahre voller Herausforderungen zurück, sondern hat sich mit dem TOGETHER! Network auch eine starke Community in Sachen Female Development, Leadership und entrepreneurial skill-building aufgebaut.

 

„1995 bin ich nach Los Angeles gekommen um Englisch zu lernen; das aber eigentlich auch nur, weil ich damals nicht ins nasskalte England wollte“, so Tatjana. „Ich hatte niemals die Intention in Amerika zu leben, das war definitiv nicht mein Plan. So wie es das Schicksal aber wollte, hatte ich in der Zeit meinen Mann Mark kennengelernt und so hat sich eben das eine nach dem anderen ergeben“.

 

Das war zu Anfangszeiten des Internet. Damals, als es noch viel schwieriger gewesen war, über so eine Distanz den Kontakt zu halten, erinnert sie sich. Sie schmunzelt belustigt darüber, wenn sie sich an die Zeit erinnert. „Heute ist das alles ja wesentlich einfacher, aber so hat man sich damals durchgeschlagen und ich musste mir wirklich überlegen wie ich den Weg zurück in die Staaten finden würde, um mit meinem Partner zusammen zu sein“.

 

Zurück in der Schweiz hatte man sich noch ganz altmodisch Briefe geschrieben. Da war Facebook oder dergleichen noch Zukunftsmusik. Sie schrieb sich sogar in der Abendschule ein um zu lernen wie das Internet funktionierte. „Mein Lehrer hatte mir netterweise erlaubt seine Email-Adresse zu benutzen, damit ich meinem Partner einmal in der Woche schreiben konnte“.

 

Tatjana lernte in der Schweiz den Beruf einer klassischen kaufmännischen Bankangestellten. Den Schlüssel zum Glück fand sie dann durch ihre Mutter, die bei dem Grosskonzern „Migros“ im Büro arbeitete und deren Arbeitgeber ein Austauschprogramm für Familienangehörige anbot. „Ich habe die Chance genutzt und mich dann einfach dafür beworben. Letztendlich hat mir das ein Arbeitsvisum für drei Monate ermöglicht und ich konnte zurück nach Los Angeles.

 

Doch drei Monate waren keine lange Zeit und mein Partner und ich beschlossen, ganz unromantisch, zu heiraten. Wir wollten einfach nicht ohne einander und schon gar nicht auf diese Distanz sein, also entschieden wir spontan zu heiraten. Bereut habe sie den aber Schritt nie. „Wir sind seit mittlerweile seit 20 Jahren glücklich verheiratet, also müssen wir ja irgendetwas richtig gemacht haben“.

 

 

Die folgenden Jahre waren hart

Verwöhnt von der Schweizer Arbeitsmarktsituation und Mentalität lernte sie schnell, dass ein Leben im sunny State auch seine Schattenseiten haben konnte. Tatjana ging nach einiger Zeit zurück zur Uni, studierte in Pasadena am Art Center College of Design und erlangte somit den Bachelor of Fine Arts im Bereich Grafik Design. „Ich empfand es als sehr schwierig hier zu überleben und Arbeit zu finden. Wenn ich einen Job gefunden hatte, hatte ich das Gefühl, so richtig benutzt und ausgenutzt zu werden. Die Arbeitgeber wussten einfach, dass sie am längeren Hebel saßen und dich im Handumdrehen austauschen konnten, wenn du nicht pariert hattest. Aber auch wenn sie jemanden finden konnten, der bereit war, zu niedrigsten Lohnkonditionen für sie zu arbeiten. Die Jobsicherheiten, die wir in der Schweiz hatten, waren hier alles andere als gängige Praxis.

 

Nur zum Vergleich: Die Schweiz hat im gesamten acht Millionen Einwohner, Los Angeles allein schon 3,8 Millionen, Los Angeles County schon 10 Millionen. Wenn man also die Relationen in Betracht zieht, sieht man schnell, dass der Arbeitsmarkt schon allein deshalb extrem schwierig ist, da der Wettbewerb auf eine ausgeschriebene Stelle um einiges höher ist.“

 

Als Europäer war man es außerdem gewohnt, dass Ausbildung und Erfahrung geschätzt und als wichtig empfunden wurden. In den USA ist dies einfach anders. Es spielt keine Rolle wie viele Abschlüsse man in der Tasche hat, es ist immer sehr schwierig einen tollen und wertschätzenden Job zu finden oder überhaupt einen Arbeitgeber, der all dies wirklich zu schätzen Weiss.

 

Tatjana Luethi – Mrs Globalicious

 

Die folgenden Jahre hielt Tatjana sich als Freelancerin im Grafik Design über Wasser um sich nach und nach ein Portfolio aufzubauen und sich mehr Expertise anzueignen. Eine Begegnung mit einer Mutter, die von daheim aus Handtaschen nähte und fertigte, inspirierte sie zu einem komplett neuen Schritt und sollte dann aber erstmals ihr Leben auf den Kopf stellen. „Als ich diese Frau traf, wurde in mir etwas ausgelöst, dass mich davon überzeugte, einen neuen Weg einzuschlagen und mein eigenes Ding zu machen. Ich wusste, dass ich mit meinen Kenntnissen im Design Handtaschen designen konnte – und auch wollte. Ich wusste, ja das kann ich auch“. Tatjana recherchierte in der Szene, nahm an Networking Events in und um Los Angeles teil und vernetzte sich mit unzähligen Leuten, um herauszufinden, wo Stoffe und Materialien eingekauft wurden und wo sie in Produktion gingen.

 

„Irgendwann ging ich dann mit meinen Entwürfen zu einem Produzenten, fertigte die ersten Prototypen an und stellte sie auf ersten Messen und Events aus. Ich hatte lediglich die Prototypen, versuchte mit dem Vorverkauf mein Business anzukurbeln und sie erst auf Nachfrage für meine Kunden produzieren zu lassen. Ich eröffnete also mein erstes Business mit meinen Handtaschen und bekam, wie der Zufall so wollte, kurz darauf auch eine Zusage für einen Job als Grafik Designerin. Ich musste also kurzerhand lernen, einen Fulltime Job und mein Handtaschen-Business zur gleichen Zeit zu stemmen“.

 

2008 dann die Wirtschaftskrise

Nicht nur das Tausende Menschen ihren Job verloren und man froh sein konnte, wenn man selbst seinen noch hatte; auch Tatjana wurde nach vier Jahren aus ihrer Festanstellung entlassen. Die Auswirkungen waren jedoch auch in ihrem eigenen Business zu spüren. Ihr Businesspartner war ebenfalls nicht mehr in der Lage in ihr Unternehmen zu investieren. Gleichzeitig wurde Tatjana und ihrem Partner auch immer mehr bewusst, wie unwohl sie sich in dem Markt der Lederindustrie fühlten und sie die Produktion, sowie auch die schwierigen Arbeitsbedingungen der Produzenten nicht mehr unterstützen wollten. Das Business wurde geschlossen.

 

Ich machte die ersten Erfahrungen in der Arbeitslosigkeit in den USA und ich erlebte erneut wie schwierig es war einen Job zu finden. Unternehmen entliessen ja eher ihr Personal als jemanden anzustellen und wenn sie jemanden anstellen würden, dann waren sie in der Lage sich die Sahnehäubchen aus den Bewerbern zu picken“. Hunderte Bewerbungen auf einen Job. Man konnte wirklich froh sein, wenn man einen hatte – egal als was.

 

Getrieben von ihrer Arbeitslosigkeit und dem Drang ihre Schulden aus Studienkrediten bedienen zu können, machte sie sich erneut auf die Suche und arbeitete für viele verschiedene Firmen, oft auch an mehreren Ecken gleichzeitig. „Das gute an der Situation war aber, dass es mich quasi dazu zwang, über mein Leben nachzudenken und herauszufinden, was ich wirklich wollte. Haufenweise Bewerbungen herauszuschicken für Jobs, die ich eigentlich gar nicht machen wollte, brachte mich dazu, über meine Zukunftsambitionen nachzudenken.“

 

Tatjana wurde Teil eines „Global Women Leadership Programs“ in LA. Sie lernte viel über Frauen und wie sie es schafften, ihr Potenzial zu entfalten und Visionen in etwas reales umzuwandeln. Sie lernte, dass sie allein alle Freiheiten der Welt selbst in der Hand hatte, um etwas zu erschaffen, dass es so noch nicht gab. Sie lernte, dass die Umsetzung in ihrer Hand lag, wenn es das war, was sie wollte. Und das sollte für sie der Anfang sein etwas grosses von Bedeutung zu schaffen – nicht nur für sich, sondern auch für all die Frauen, die sie in den kommenden Jahren damit erreichen und unterstützen würde.

 

 

Der Anfang des TOGETHER! Network.

Zu Beginn war da die Vision eines Frauennetzwerkes in ihrem Kopf. Sie konnte aber trotzdem noch nicht wirklich sagen, wie es im Endeffekt aussehen sollte. Es sollte um die Bedürfnisse von Menschen gehen, Lösungen zu finden, sie an die Hand zu nehmen und sie miteinander zu vernetzen.

 

„Was mich von vielen anderen unterscheidet, ist das viele Menschen Unmengen an Zeit damit verschwenden, nur über ihre Visionen zu sprechen und wie man sie kreieren kann. Sie verpassen aber oft den Schritt, in Aktion zu treten. Ich für meinen Teil bin ein sehr aktionsgetriebener Mensch und habe einfach nicht die Geduld nur darüber zu reden. Ich will Ergebnisse sehen und sehen, dass sich etwas entwickelt. Ich bin sehr ungeduldig, das ist wahrscheinlich meine grösste Schwäche, aber gleichzeitig auch meine grösste Stärke“.

 

Häufig weiss sie auch nicht mal genau, wie sie das alles umsetzen soll was in ihrem Kopf vorgeht. Beschäftigt ist sie aber trotzdem immer. „Ich arbeite immer. Ich mache etwas, Hauptsache irgendetwas. Das bringt mich dann meist auch tatsächlich weiter. Ich lerne damit entweder neue Wege kennen oder ich finde beispielsweise neue Kontakte, die mir wiederum helfen können, die nächsten Schritte zu finden. Irgendetwas passiert immer“.

 

Tatjana hält es für äusserst fatal, wenn sich Menschen ausbremsen lassen nur weil sie nicht wissen, wie etwas funktioniert oder wie sie etwas tun sollen. Es spiele gar keine Rolle was man tut oder ob man gleich das richtige tut, man sollte einfach IRGENDETWAS tun. Lösungen für das Wie finde man auf dem Weg, während man irgendetwas für seine Vision tut.

 

Liess hier den zweiten Teil von Tatjanas Geschichte und erfahre, wie sie es geschafft hat mit dem TOGETHER! Network viele Frauen zu begeistern ….

 

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Gründerin/ Bloggerin / Autorin bei Mrs Globalicious
Doris ist die Autorin und Seele des Mrs Globalicious Online-Magazins. Als Journalistin und Autorin schreibt über ihre Lebenserfahrungen und erlangte Sichtweisen, die sie in verschiedenen Ländern und Lebenssituationen gewonnen hat. Mit ihrem ausgeprägten USA-Faible liebt sie es zu reisen - auch an Orte die nichts mit Burgern und Superbowl zu tun haben. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund wenn es darauf ankommt und beschäftigt sich leidenschaftlich gerne mit den Facetten des Lebens und Problemchen, für die es (nicht immer) eine Lösung gibt.
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