Truthteller Silvia Fritz – Mrs Globalicious

„Ein Traum bleibt nur ein Traum, solange man ihn so behandelt“ – Silvia Fritz

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Einmal auf der Fashion Week sein, seine eigenen Kreationen vorstellen und bei den grossen mitspielen. Davon träumt so jeder Designer mindestens einmal. Egal ob in London, Tokyo, Berlin, Paris, New York oder wie im Falle von Silvia Fritz, in Los Angeles. Es gilt als Eintrittskarte in eine andere Liga, wenn man sich ein solches Ticket als Designer sichern kann.

 

Silvia Fritz ist Unternehmerin, dreifache Mutter und eines der Nordlichter, die sich grosse Erfolge am Designerhimmel erhoffen. Als ich sie vor ein paar Wochen auf der LA Fashion Week treffe, merke ich gleich, diese Frau hat ordentlich Feuer im Hintern. Sie weiss was sie will und das nimmt sie sich auch.

 

Silvia ist fast 50, scheut sich aber nicht davor, den jungen Nachwuchstalenten die Schulter zu zeigen. Das zeigt auch ihre ein oder andere Referenz: Sie schneiderte bereits einige Kleidungsstücke für Carmen Geiss und verkaufte ebenfalls eines ihrer Meisterstücke an Jermaine Jackson. „Mein Alter habe ich nie als einen Grund gesehen, warum ich nicht nochmal von vorn anfangen könnte“.

 

„Es ging immer nur darum einen Lebensstandard zu wahren, aber nie um mich“

Über viele Jahre führte sie eine Appartementvermietung auf Sylt. Sie war für ihre Gäste da, non-Stop, rund um die Uhr. „Irgendwann hat man kein eigenes Leben mehr, denn es dreht sich alles nur noch um andere. Meine Familie war zwar damit finanziell recht gut gestellt und ich musste mir keine Sorgen um Geld machen, jedoch ging es dabei nie um mich. Es ging dabei nie um das was ich wollte, sondern nur darum einen Lebensstandard zu wahren. Natürlich habe ich diese Art von Unabhängigkeit irgendwo genossen, jedoch hat sie mich nie erfüllt. Sylt ist nicht gerade ein Abenteuerspielplatz, wenn man sich grosse Träume erfüllen möchte. Die Möglichkeiten sind einfach sehr begrenzt“.

 

An Gegenwind hat sie sich schon längst gewöhnt, musste in der Vergangenheit mit sehr viel Kritik auskommen, selbst aus familiären Reihen. Auf die Unterstützung ihres Ex-Mannes konnte sie damals auch nicht zählen. „Er hatte mich nie unterstützt wenn ich ihm von meinen Plänen und Visionen erzählt habe, er hatte mich eher ausgebremst und wollte lieber das Heimchen am Herd. Ich bin aber nicht so. Ich brauche eine eigene Aufgabe, ich brauche etwas, dass mich erfüllt. Es hat mich Jahre meines Lebens gekostet um endlich meinen eigenen Weg zu gehen“.

 

„Ich kreiere nicht nur Kleidungsstücke, sondern meine Unabhängigkeit“

Silvia ist eine der Frauen, die nicht arbeiten müssten, wenn sie nicht wollten, es aber dennoch tun, weil sie es eben wollen. „Ich könnte mich auch zur Ruhe setzen, aber ich kann einfach nicht stillsitzen. Ich bin gerne unterwegs auf reisen und liebe es eigene Dinge zu kreieren, Menschen mit meinen Ideen einzukleiden und auch noch meinen Lebensunterhalt damit zu verdienen. All das was ich jetzt tue, entspricht endlich dem, was ich mir lange für mein Leben gewünscht habe: Ich kreiere nicht nur Kleidungsstücke, sondern meine Unabhängigkeit. Besser geht es doch gar nicht“.

 

 

Leider ist es noch immer so, dass sich viele Frauen in der Abhängigkeit ihres Mannes sehen. Hat der Mann Geld, dann besagt das Klischee in den meisten Fällen, dass Frauen sich gerne aushalten lassen und das schöne Leben auf der finanziell sorgenfreien Seite leben können. „Ich weiss wie das ist, ich war dort. Doch irgendwann sieht man eben auch die Nebenwirkungen.

 

Jede starke Frau, die einmal in dieser Lage war, weiss wovon ich rede. Man hat keine eigene Aufgabe mehr und man hat nicht das Gefühl, dass man für etwas gesehen wird. Ist dann der Mann irgendwann weg, geht auch der ganze Lifestyle verloren und man findet sich in einem grossen Loch aus einem grossen Nichts. Das wollte ich einfach nicht riskieren.“

 

„Auch wenn ich früher sorgenfrei leben konnte, in diesem Moment half es mir nichts“

Silvia bezeichnet sich selbst als Shoppaholic wenn sie an frühere Zeiten denkt. „Ich habe die schönsten Kleider getragen, bin zum Teil mit sündhaft teuren Designerstücken in unserer Appartementvermietung erschienen. Dieses Hobby hat mich dann am Schluss auch in die Fashion- Industrie gebracht“. Als gelernte Parfumerieverkäuferin kannte sie sich mit Trends aus, hatte immer mindestens ein Auge am Markt. „Irgendwann dachte ich mir dann, dass kann ich auch.

 

Sicherlich musste ich noch einiges lernen, mich in der Branche umschauen, die richtigen Leute kennenlernen. Aber auch wenn ich früher sorgenfrei leben konnte, in diesem Moment half es mir nichts, ich musste meine Hausaufgaben machen. Die Fashionindustrie ist eine Branche, wo du an dem gemessen wirst, was du kannst und lieferst und nicht wir dick dein Geldbeutel ist“.

 

Dass sie nun ihre erste Kollektion auf der LA Fashion Week vorstellen konnte, ist für sie ein grosser Meilenstein ihrer harten Arbeit. „Ich war nicht immer die hartgesottene und selbstbewusste Frau, die ich heute bin. Ich wurde relativ früh mit meinem ersten Kind schwanger, mit 22. Damit rutschte ich auch automatisch mehr und mehr in die Eigenverantwortung. Der Reifeprozess einer Mutter hat nicht nur Einfluss auf die Mutterrolle, sondern auch in die Persönlichkeitsentwicklung, egal wie alt die Kinder sind.

 

Ich kenne nach wie vor einige Frauen, die sich mit Dingen zufriedengeben, die sie eigentlich nicht tolerieren wollen. Sie sind unglücklich, trauen sich aber nicht, sich von den belastenden Dingen zu befreien oder von ihren Männern zu trennen, weil sie Angst davor haben ihren Lebensstandart zu verlieren. Als ob sie sich diesen nicht selbst erarbeiten könnten“.

 

Der Traum von LA begleitete die Sylterin schon über viele Jahre. „In erster Linie wollte ich schon immer hierher ziehen. Dass sich das nun mit der Fashion Week so ergeben hat, war einfach nur eine tolle Gelegenheit die ich genutzt habe. Ich habe mich wie unzählige andere Nachwuchsdesigner für die Präsentation meiner Kollektion beworben und durfte sie im Mai das erste mal den Entscheidungsträgern in Los Angeles vorstellen. Zu sehen, wie meine Models hier nun meine Kollektion auf den Laufstegen tragen, ist natürlich ganz grosses Kino für mich“.

 

„Negativen Einfluss hatte ich in meiner Vergangenheit genug, nun brauchte ich positive Energien“

Zu verdanken habe sie ihre Courage aber zu einem grossen Teil den richtigen Mentoren, ohne die sie sich heute nicht in dieser Situation sehen würde. „Für mich war es extrem wichtig, den Input von den richtigen Leuten zu bekommen. Negativen Einfluss hatte ich in meiner Vergangenheit genug, nun brauchte ich positive Energien, die mich in die richtigen Richtungen lenkten“.

 

Mindestens zweimal im Monat lässt sie sich nun beim Aufbau ihres eigenen kleinen Imperiums unterstützen. „Durch die Zusammenarbeit mit einem Mentoren läuft alles viel einfacher von der Hand. Ich bin fokussierter und standhafter gegenüber Herausforderungen und ich habe einfach viel weniger Versagensängste“.

 

In der Zukunft sieht sich Silvia Fritz als erfolgreiche Designerin in Los Angeles. Ihre Familie wird ihr zum Teil folgen. „Eine meiner Töchter wird in ein paar Monaten nach Australien gehen, meine kleine Tochter kommt mit mir nach Los Angeles. Wir freuen uns schon sehr auf eine aufregende Zeit“.

 

Hier gibt´s einen Einblick in Silvias Kollektion, die sie auf der Fashion Week in Los Angeles vorstellte:

 

 

Mehr zu Silvia Fritz und ihrer Kollektion: www.silviafritz.com

 

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Gründerin/ Bloggerin / Autorin bei Mrs Globalicious
Doris ist die Autorin und Seele des Mrs Globalicious Online-Magazins. Als Journalistin und Autorin schreibt über ihre Lebenserfahrungen und erlangte Sichtweisen, die sie in verschiedenen Ländern und Lebenssituationen gewonnen hat. Mit ihrem ausgeprägten USA-Faible liebt sie es zu reisen - auch an Orte die nichts mit Burgern und Superbowl zu tun haben. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund wenn es darauf ankommt und beschäftigt sich leidenschaftlich gerne mit den Facetten des Lebens und Problemchen, für die es (nicht immer) eine Lösung gibt.
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