Truthteller Martina Schomisch

„Ich habe gelernt, dass das Leben vorwärts gelebt und rückwärts verstanden wird.“ – Truthteller Martina Schomisch

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Die Erwartungen, die an mich gestellt wurden waren hoch. So sollte ich nach meinem Studium den elterlichen Kunsthandel unterstützen und irgendwann übernehmen. Mit wenig Freude hatte ich Kunstgeschichte und Sprachwissenschaften studiert und mit noch weniger Lust schrieb ich an meiner Doktorarbeit. Meine Unlust war wohl auch der Grund warum ich mich lange Zeit um die Fertigstellung dieser Arbeit drum herum drückte.

 

Schwanger und mit zwei kleinen Töchtern raffte ich meine ganzen Kraftreserven zusammen und vollendete die ungeliebte Doktorarbeit kurz vor der Geburt meines Sohnes. Vielleicht fragst du dich jetzt: Warum tut man sich so etwas an? Das frage ich mich heute noch manchmal, obwohl mir mittlerweile bewusst ist, dass ich das „Brave-Tochter-Syndrom“ hatte und immer gut funktioniert habe. Unter anderem entschied ich mich zu einem Studium, welches eigentlich mein Vater für sich ausgesucht hatte, es jedoch aus wirtschaftlichen Gründen nicht studieren konnte. Aber, was tun Menschen nicht alles für Liebe und Anerkennung?

 

Nach der Geburt meines Sohnes hatte ich dann endlich die Klarheit, Kraft und den Mut, aus meinem Käfig auszusteigen und habe meine fertige Doktorarbeit verkauft. Sie ist als Werkmonographie verlegt worden, selbstverständlich nicht unter meinem Namen. Du kannst dir nicht vorstellen, welche unglaubliche persönliche innere Freiheit mir diese Entscheidung gegeben hat... und vor allem, welche Konsequenzen diese Entscheidung nach sich zog.

 

Wenn plötzlich die eigene Familie gegen einen steht

Mit 35 Jahren war ich endlich frei, beruflich das zu tun, was ICH tun wollte. Gleichzeitig stellte ich in der Folgezeit vieles in meinem Leben in Frage. So auch meine Ehe, die seit längerem sprach- und lieblos war. Jetzt konnte ich mir endlich eingestehen, was ich bislang nicht wahrhaben wollte und wo ich so erfolgreich weggeschaut hatte.

 

Im folgenden Jahr trennten mein Mann und ich uns dann auf mein Drängen... und damit zog ich einen Shit-Storm in mein Leben, den ich mir nicht habe vorstellen können. Meine gesamte Familie konnte meine Entscheidung nicht nachvollziehen und alle unterstützten in der folgenden Zeit meinen Ex-Mann. Im Nachhinein weiß ich nicht, ob ich diese Entscheidung getroffen hätte, wenn ich auch nur geahnt hätte, was daraus resultiert. In dieser Zeit habe ich gelernt, dass Leben vorwärts gelebt und rückwärts verstanden wird.

 

Trotz allem haben mein Ex-Mann und ich es wirklich gut geschafft auf Elternebene mit einander umzugehen und die Verantwortung für unsere drei gemeinsamen Kinder auch gemeinsam zu übernehmen. Dafür bin ich bis heute unendlich dankbar. Um das zu schaffen, haben wir für mehrere Monate die Unterstützung eines Mediators in Anspruch genommen.

 

 

 

 

Alleinerziehend habe ich mit meiner ersten Coachingausbildung begonnen, weil mir immer bewusster geworden ist, dass viele Menschen mit ihren Problemen und Herausforderungen zu mir kamen und ich in den meisten Fällen eine Lösungsstrategie oder zumindest eine positive Idee für denjenigen hatte. Aber wirklich genau kannte ich meinen Weg – geschweige denn mein Ziel - zu der Zeit noch nicht.

 

Eines war mir jedoch wirklich glasklar: Ich wollte mit meinen Kindern wieder in einer Familie leben. Und um ganz ehrlich zu sein: Etwas anderes als Familie kam in meinen Vorstellungen überhaupt nicht vor. Rückblickend war meine Klarheit für Familie wohl der Motor für unsere Patchworkfamilie. Aber dazu später mehr.

 

Auf einer Geburtstagsfeier meines besten Freundes lernte ich dann einen Mann kennen und auch wenn das jetzt kitschig, superromantisch oder sonst irgendwie komisch klingt: Das war Liebe auf den ersten Blick. In dem Moment ... und es war wirklich nur ein einziger Moment, als er zur Tür rein kam , war mir absolut klar: mit diesem Mann verbringe ich den Rest meines Lebens!

 

Dummerweise bin ich ziemlich schüchtern und dazu auch noch introvertiert. Eine halbe Stunde später war er verschwunden und ich wusste nichts über ihn. Überhaupt nichts und ich war zu schüchtern, stolz oder vielleicht auch stur meinen Freund nach diesem Mann zu fragen. Heute würde ich es tun – auf der Stelle 😉 Durch einige glücklich Zu-Fälle lernten wir uns vier Monate später endlich kennen und starteten weitere drei Monate später in unser gemeinsames Abenteuer Patchwork.

 

Nach den ersten rosaroten Wolken gestaltete sich das Zusammenwachsen zu einer funktionierenden neuen Familie mit fünf Kindern wirklich schwierig. Vermutlich haben wir bei sehr vielen Herausforderungen vor der eine zusammengewürfelte Familie stehen kann “HIER” geschrien. Wir haben es mit Neidern zu tun gehabt, die uns unsere harmonische und liebevolle Beziehung missgönnt haben und mit ganz viel Angst von Seiten der Mutter meiner Bonus-Kinder. All das hat unsere Beziehung extrem belastet und uns sehr viel Kraft und Lebensfreude gekostet.

 

Das Ziel, eine Vision und im besten Fall ein Warum ist ebenfalls wichtig für eine Patchworkfamilie

Auf der Suche nach Unterstützung bin ich auf große Leere gestoßen. Patchworkfamilien hatten vor mehr als zehn Jahren wenig Lobby (das hat sich bis heute nicht grundlegend geändert) und es gab kaum spezifische Angebote. Das ist heute anders. Wenn ich heute sage: “Der Erfolg einer Patchworkfamilie beginnt, wenn es schwierig wird”, dann spreche ich von Situationen die wir selbst erlebt, durchlitten und gemeistert haben, nicht ohne die ein oder andere Endlosschleife auf dem Weg.

 

Es ist nicht leichter geworden, aber:
Ich bin stärker geworden!
Und meine Lieben mit mir!

 

Da Trennung für uns kein Thema war, obwohl wir sicherlich einige Male kurz davor standen (zumindest gedanklich), haben wir - na ja vor allem ich - nach Alternativen gesucht. Gefunden haben wir Unterstützung und Hilfe in Form von verschiedenen Ausbildungen, die ich in den folgenden Jahren absolvierte. Jede, der gelernten Informationen brachte uns als zusammengewürfelte Familie ein Stückchen weiter. Wir sind zusammen gewachsen!

 

Allen Familien, mit denen ich heute arbeite, empfehle ich, sich etwas zu suchen, was die Familie über Durststrecken oder Herausforderungen hinweg trägt: ein Ziel, eine Vision und im besten Fall: ein Warum. Etwas, das größer ist, als jeder Streit, jede Auseinandersetzung und jede Herausforderung... und auch größer als die Schmerzen, die Paare sich wissend oder unwissend gegenseitig zufügen.

 

Unsere gemeinsame Vision setzen wir seit 2006 auf einem barocken Hof um, den wir Stück für Stück restaurieren, renovieren und mit unserem Leben und unseren Ideen füllen. Während der Renovierung arbeitete ich bereits als Coach und machte etliche weitere Ausbildungen und den Heilpraktiker für Psychotherapie. Seit 2014 habe ich meine Coachingräume auf dem Hof und damit einen wichtigen Step meiner Vision erreicht.

 

Einer meiner Mentoren gab mir auf der Suche nach dem absolut und für mich richtigen Zielkunden den Hinweis: Martina – sein Teil deines Zielmarktes!

 

Für mich war dann sehr schnell klar: Ich unterstütze Paare darin Patchworkfamilien-Situationen mit Freude und Leichtigkeit zu meistern um zu einer gut funktionierenden Familie zusammenzuwachsen.

 

>> Hier geht´s zum zweiten Teil von Martina´s Story >>

 

Über Martina Schomisch:

Martina Schomisch ist Coach für Trennungs- und Patchwork-Familien, Autorin, Heilpraktikerin für Psychotherapie, Ehefrau, Mama und Bonusmama. Sie lebt seit 14 Jahren in einer Patchworkfamilie mit 5 Kindern, die heute 25, 24, 23, 20 und 17 Jahre sind. Nach ihrer Trennung hat Martina Schomisch Erfahrungen gemacht, die sie an den Rande ihrer Existenz geführt haben und sie hat diese Herausforderungen gemeistert. Ihr Versprechen an die Menschen, mit denen sie arbeitet ist, dass sie alles gibt, was sie auf ihrem Lebensweg gelernt hat, was sie begeistert und wofür sie steht. Du kannst ein offenes Ohr und deutliche Worte von ihr erwarten, ebenso eine begeisterte Zuwendung und kreative Lösungsideen. Mehr über Martina Schottisch als Coach, über ihren Werdegang und überihre Werte findest Du auf ihrer Webseite oder auf Facebook.

http://martinaschomisch.de

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Gründerin/ Bloggerin / Autorin bei Mrs Globalicious
Doris ist die Autorin und Seele des Mrs Globalicious Online-Magazins. Als Journalistin und Autorin schreibt über ihre Lebenserfahrungen und erlangte Sichtweisen, die sie in verschiedenen Ländern und Lebenssituationen gewonnen hat. Mit ihrem ausgeprägten USA-Faible liebt sie es zu reisen - auch an Orte die nichts mit Burgern und Superbowl zu tun haben. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund wenn es darauf ankommt und beschäftigt sich leidenschaftlich gerne mit den Facetten des Lebens und Problemchen, für die es (nicht immer) eine Lösung gibt.
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2 Gedanken zu „„Ich habe gelernt, dass das Leben vorwärts gelebt und rückwärts verstanden wird.“ – Truthteller Martina Schomisch

  1. Meine Liebe ! Du schaffst das alles, das weiß ich ! Warum ? Ich sag Dir, warum : Weil ich mir niemals jemanden als Vorbild aussuchen würde, der NICHT alles schafft, was er sich vorgenommen hat ! Als ich zum ersten Mal auf Deiner Website über Dich las, da dachte ich DA ist er ! Da ist der Mensch, der genau dieselben Träume hat, wie ich ! Ortsunabhängig arbeiten, schreiben , um die Welt fliegen… Ich hätte so unendlich gern, was Du hast ! Ich will „Doris werden “ ! ( zumindest zum Teil ) . Ich bin überzeugt davon, dass Du auch in den USA schnell Kontakte zu Journalistinnen aubauen wirst, die Dir dann dabei helfen, Deine journalistische Arbeit auszubauen. Die Staatsbürgerschaft würde auch helfen…oder deutsche Firmen dabei unterstützen, ihre Präsenz in den USA zu verstärken. ( oder auch Firmen aus der Schweiz ) Und: Networking ! Deutsche im Ausland ! Such Dir diesbezüglich Gruppen, in denen Du aktiv werden kannst…( nur ein paar Ideen…) Ich bin sicher, Du schaffst das und …wer weiß…vielleicht sitzt Du schneller in Jimmy Fallons Tonight Show, as Du meinst… ( ich kann Dir zeigen, wo in NY das NBC-Gebäude ist, bin schon dran vorbeigegangen…) LG Felicitas

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