Truthteller-Iris-Rausch

Wenn die eigene Wertigkeit zum Alptraum wird

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Was ist ein Menschenleben wert?
Wie definieren wir uns?
Woher kommt unsere Wertigkeit?

 

Als Kinder waren wir noch vollwertig. Wir waren liebevolle Geschöpfe die gerne spielten, erforschten, erfuhren und lernten. Kennst du das auch?

 

Wir sangen zum Beispiel aus vollem Herzen auch wenn es noch so falsch tönte, es erfüllte uns dennoch von ganzem Herzen. Wir tanzten gerne und es kümmerte uns nicht, dass es vielleicht noch etwas unbeholfen wirkte. Wir widmeten uns dem Schauspiel und auch wenn die Texte noch holprig waren und die Inhalte vielleicht für einen Erwachsenen ohne erkennbaren Sinn, es erfüllte uns dennoch mit Freude. Wir zeichneten und es durfte alles anders sein, ein bunter Himmel, sowie bunte Häuser und Tiere, es sollte einfach fröhlich sein und Spaß machen, Hauptsache bunt. Wir fragten den Erwachsenen Löcher in den Bauch und wollten die Welt erfahren und verstehen lernen.

 

Irgendwann auf unserem Weg wurden wir zurecht gestutzt. Wir mussten uns Sätze anhören die vielleicht so tönten: So gehört das nicht. Das macht doch keinen Sinn. Das ist falsch, du machst das nicht richtig. Vielleicht mussten wir uns das immer und immer wieder anhören? Bis wir Aufgaben und uns endlich anpassten?

 

Wir hörten auf, aus voller Seele schief zu singen. Wir erfanden keine Schauspiele und Texte mehr. Wir zeichneten nur noch so wie es sich gehört. Wir fragten nicht mehr nach und hörten auf die Welt zu erforschen und all die Freude und der Spaß am Sein ging uns somit verloren.

 

Hatten wir Glück und Eltern sowie Kindergärtnerinnen, die uns unterstützen und förderten, dann war es spätestens zur Schulzeit so, dass wir geknickt wurden. Denn dann kamen die Noten und die Bewertung traf uns voll und ganz. Nun hatten wir es schwarz auf weiss oder rot auf weis.

 

Spätestens da fing es an auch uns aufzufallen, je nachdem wie wir in der Schule waren, fühlen wir uns stark oder auch ganz schwach.

 

Ich zum Beispiel hatte durch die Scheidung meiner Eltern schon in der Volksschule eine drei in meinem Zeugnis. In Österreich ist eine Eins die Bestnote und eine Fünf die schlechteste Note, die man erreichen kann.

 

 

In der Volksschule wird erwartet, dass du lauter Einser hast und eventuell einen Zweier, aber wenn du so wie ich Einser, Zweier und sogar eine Drei hattest, dann war das leider wirklich schlecht.

 

Spätestens da fängt man an sich minderwertig zu fühlen, auch wenn uns das zuerst noch gar nicht so bewusst ist, zu dieser Zeit, schleicht sich doch so ein Gefühl, ja eine leichte Vorahnung, der Minderwertigkeit bei uns ein.

 

Natürlich wird das in den nächsten Jahren nicht unbedingt besser, denn die Noten regieren jetzt unsere Welt.

 

In meinem Fall waren sie nie wirklich allzu erfreulich. Erst in der Lehrzeit hatte ich alle drei Jahre hintereinander lauter Einsen und wurde dafür sogar ausgezeichnet.

 

Wenn es dann um unseren Job geht, ums Geld verdienen, dann wird unsere Wertigkeit nicht mehr durch die Noten und das Zeugnis angezeigt, sondern dann übernimmt auf einmal unser Kontostand das Kommando.

 

Oje wieder nichts Erreicht, auf meinem Konto ist immer nur dieses minus Zeichen zu sehen mit roten Zahlen. Das erinnert mich doch glatt wieder an die Schulzeit, alles rot und minus. Habe ich etwa ein Déjà vu?

 

Dann etwas weiter im Leben vorangeschritten kommt er endlich der Erfolg, das Konto zeigt ein gutes Plus, die Zahlen sind schwarz. Ist der Alptraum endlich vorbei?

 

Die Schulden der Jugend sind bezahlt. Die eigene Wertigkeit steigt wieder an.

 

Man denkt juhu geschafft, doch dann kaum hat man sich endlich erholt, schlägt das Leben erneut zu. Mit Krankheiten, einem Burn out, einem Schicksalsschlag, die Scheidung, Verlust, Betrug, und die Liste lässt sich sicherlich weiter fortführen.

 

Bei mir waren es gleich mehrere Dinge, es kam alles, eins nach dem anderen. Kaum hatte ich mich von einer Krankheit erholt und gelernt damit zu leben kam das Burn out, dann eine Trennung nach einer langjährigen Beziehung, danach endlich die Abnabelung von den Eltern, eine neue Beziehung, private Schicksalsschläge, wieder Krankheit und fast ein weiteres Burn out und die Erkenntnis am Wirtschaftsmarkt so nicht mehr mitspielen zu können.

 

Natürlich war zwischendurch auch viel schönes mit dabei, aber irgendwie prägt das vermeintlich Schlechte leider oft viel mehr als das Gute.

 

Was danach kam?

 

Ich hatte keinen Job und somit kein Geld, dafür war ich geliebte Ehefrau und wurde ebenso geliebte Mutter und trotz all dem Glück fühlte ich mich trotzdem immer wieder mal so Wertlos in meinem neuem Dasein als Ehefrau, Mutter und Hausfrau.

 

Mein Konto stand auf Null und es tauchte die Frage in mir auf: "Das soll es gewesen sein?" - "Nein!" Schrie da alles in mir Alarm.

 

Wo ist mein Selbstwert hingekommen?

 

Bin ich wirklich nur das Wert was auf meinem Kontostand oder in meinen Schulnoten zu lesen ist?

 

Was kann ich tun um da wieder herauszukommen, damit ich wieder weis wer und was ich bin?

 

Ich fing an tief in mir zu graben, meine Schätze wieder auszugraben. Falsch zu singen aus vollem Herzen, Tanzen, Malen und Texte schreiben, alles ist erlaubt ich muss mich nicht zensieren und irgendwann ist es soweit und ich finde mich wieder in mir.

 

Wo liegt dein Wert?
Ist das auch gerade Thema bei dir?
Wie gehst du damit um?

 

 

ÜBER IRIS RAUSCH:

Iris Rausch ist eine gefühlsechte Frau welche bald 40 Jahre jung wird. Sie hat vieles erlebt und durchlebt, ja durchfühlt könnte man sagen. Manches war wunderschön, ein großes Abenteuer, romantisch und gefühlsecht und manches war grausam, hart, verletzend, tragisch schlimm und wollte von ihr so gar nicht gefühlt werden, ja lieber verdrängt werden. Aber eben auch das erfühlen der vermeintlich schlechten Erfahrungen macht das Leben so wertvoll. Auch daraus schöpft sich unsere Kraft, wenn wir lernen es in die für uns richtigen Bahnen zu lenken. Wenn du mehr über Iris Rausch erfahren willst dann schau vorbei auf www.colorgy.at oder www.tintenschnecke.at.

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Gründerin/ Bloggerin / Autorin bei Mrs Globalicious
Doris ist die Autorin und Seele des Mrs Globalicious Online-Magazins. Als Journalistin und Autorin schreibt über ihre Lebenserfahrungen und erlangte Sichtweisen, die sie in verschiedenen Ländern und Lebenssituationen gewonnen hat. Mit ihrem ausgeprägten USA-Faible liebt sie es zu reisen - auch an Orte die nichts mit Burgern und Superbowl zu tun haben. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund wenn es darauf ankommt und beschäftigt sich leidenschaftlich gerne mit den Facetten des Lebens und Problemchen, für die es (nicht immer) eine Lösung gibt.
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