Truthteller Tatjana Luethi – Mrs Globalicious

„In die USA zu kommen, hat mir erlaubt die Frau zu sein, die ich heute bin“

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Tatjana Luethi ist eine starke Persönlichkeit, stets von Aktion getrieben und immer dabei Schritte für ihre Vision zu gehen, wie auch immer die aussehen mögen. Heute lebt die Schweizerin in Los Angeles, ist stolzer Female Entrepreneur und davon getrieben, anderen Frauen beizubringen, wie sie ihr eigenes Potenzial entfalten können.

 

Liess hier den ersten Teil ihrer Geschichte und finde mehr heraus über ihre Anfänge in Los Angeles.

 

Um die Weichen für ihr geplantes Frauennetzwerk, das TOGETHER!-Network zu stellen, machte sich Tatjana auf die Suche nach Menschen, die ihr alles über User Experience zeigen konnten und wie man auf die Bedürfnisse der Menschen eingehen und auch Lösungen für deren Probleme finden konnte. „Ich trat eines Tages in Kontakt mit einem Mann, den ich von meinem Studium in Pasadena her kannte. Er unterrichtete an der Akademie und machte sich zu der Zeit gerade im zweiten Anlauf selbstständig, nachdem er beim Wirtschaftscrash in 2008 seine vorherige Agentur schliessen musste.

 

Ich erzählte ihm von meinem Plänen und ich konnte ihn davon überzeugen, ein bis zwei mal in der Woche in seiner Agentur Zeit zu verbringen und von ihm alles über das Thema User Experience zu lernen. Das Konzept seiner Agentur war, Kreativköpfen, Entwicklern und Designern das Thema User Experience nahezubringen und wie man daraus ein Freelance Business machen konnte. Also genau das, was ich für meinen Neustart brauchte“.

 

Mit seiner Hilfe war Tatjana in der Lage nicht nur mehr über Business Strategien zu erfahren, sondern auch die Lücke des Global Women Leadership Programms zu schliessen. Ihr neuer Mentor war angetan von ihrer Idee und schlug kurzerhand vor, im Dezember 2012 das erste MeetUp unter seiner Marke zu launchen und weitergehend monatliche Meetups mit Frauen und für Frauen zu veranstalten.

 

„All diese Frauen hatten es satt zu sehen, was in der Wirtschaft vor sich ging. Die Differenzierung von Mann zu Frau in Sachen Beförderung, Beurteilung der Qualitäten, Lohnverhandlungen oder auch dass man schnell seinen Job verlor, wenn man zugunsten seiner Familie etwas mehr Flexibilität einforderte. All diese Frauen hatten Angst und sie wollten Wege finden, unabhängiger und selbstständiger über ihr Leben entscheiden zu können. Diese Frauen wollten etwas von Bedeutung und Wert schaffen, sie wollten ihr Potenzial voll ausschöpfen und sie wollten etwas auf die Beine stellen, dass ihnen ermöglichte, sie selbst zu sein; entlang ihrer eigenen Visionen. Es konnte einfach nicht sein, dass das eine das andere ausschliessen sollte“.

 

MERGE! – For women who want to merge their true passion with their profession

Die erste Konferenz die ins Leben gerufen wurde, hieß „MERGE!“. „Zuerst dachten wir an eine Konferenz über User Experience Design Strategies, aber mir war das dann für den Anfang doch zu strategisch. Wir wollten zuerst mit den Frauen darüber sprechen, wer sie sind und sein wollten, bevor wir ihnen Strategien für ihr Business an die Hand geben würden.

 

Zwei Tage drehte sich alles darum wer diese Frauen auf authentische Art und Weise waren, wo ihre Leidenschaften lagen, welche Skills, Talente und Fähigkeiten sie in sich trugen und wie die perfekte Umgebung für sie aussehen würde, um richtig in Fahrt zu kommen. Wir hatten circa 20 Speaker geladen und wir veranstalteten sechs Workshops über zwei Tage. Das besondere an dieser Konferenz war, dass die Frauen in die Konferenz mit eingebunden wurden und sich vernetzen konnten.“

 

Sehr schnell stellte sich die Frage, ob diese Konferenzen auch für Männer geöffnet werden sollten. Die Mehrheit bat aber darum, es innerhalb dieser Frauengemeinschaft zu belassen. „Die Frauen fühlten sich so einfach sicherer und es fiel ihnen leichter ihre Gedanken zu teilen, ohne dafür verurteilt oder beurteilt zu werden; ob es effektiv oder logisch genug war und ob ihr jeweiliges Konzept nun so funktionieren konnte oder nicht. Also blieben wir bei Konferenzen, die nur für Frauen ausgerichtet waren.“

 

Tatjana Luethi – Mrs Globalicious

 

 

MOVE! – For women who want to make their ideas into a movement

Die folgende zweite Konferenz, „MOVE! – How to create a movement“, hatte ebenfalls wieder tolle Speaker und ein tolles Programm angekündigt, jedoch mit dem Unterschied, dass dieses mal “User Experience“ an die Bedürfnisse der Frauen angepasst wurde. Während die erste Konferenz also davon handelte, sich selbst zu definieren und herauszufinden, wer man eigentlich ist, wohin man möchte und wofür man steht, sollte die zweite nun helfen, diese Stärken und Definitionen in eine Marke umzuwandeln, eine Community daraus zu bilden oder auch eine Businessidee. Als Keynote-Speaker wurde Lynda Weinman eingeladen (Co-Founder von Lynda.com), die ihr Business zwei Jahre später für einen Billionenbetrag an LinkedIn verkaufen sollte. Sie referierte darüber, wie es für sie war ein erfolgreiches Business auf die Beine zu stellen.

 

FORGE! – How To Forge A Long Lasting Business

Auch eine dritte Konferenz sollte noch folgen, die „FORGE!“. Veranstaltet in Hollywood wurden diesmal keine Workshops gehalten, sondern lediglich Keynote-Speaker wie Annie Hyman Pratt eingeladen. Annie Hyman Pratt war früherer CEO von Coffee, Bean & Tea, einer großen Coffeeshop-Kette aus den USA, deren Business sie von ihrem Vater übernommen hatte. Sie sprach ebenfalls nun über ihre Erfahrungen im Alltag als Karrierefrau.

 

Das Interesse an dem TOGETHER! – Movement stieg stetig und die Idee, ein Business nicht nur um des Profitwillen zu erschaffen, entwickelte sich zu einem Projekt, dass für starkes Interesse sorgte. Mittlerweile veranstaltet Tatjana mit ihrem Team monatliche MeetUps in Los Angeles. Ihre Mission ist dabei, so viele Frauen wie möglich zu erreichen. „Ich liebe es in Gruppen zu arbeiten. Ich habe dann einfach das Gefühl einen grösseren Einfluss auf die Menschen zu haben. Wichtig ist mir dabei nur, dass ich mit Frauen arbeite, die auch wirklich vorankommen wollen und zukunftsorientiert denken und handeln. Ich halte es für äusserst schwierig jemandem zu helfen, der sich stetig nur in der Opferrolle sieht und keine Ambitionen zeigt, auch wirklich etwas verändern zu wollen.“

 

Wenn man sich die Geschichte anschaut, dann kann man nach wie vor eine Benachteiligung von Frauen in der Unternehmerwelt feststellen. Die Frage ist nur, wie man es schafft, dass Frauen dazu bewegt werden, sich selbst nach vorne zu stellen. Das erste was Frauen dafür tun könnten, ist das Leben in die Hand und Verantwortung dafür zu übernehmen. Hier geht es nicht darum, was Männer besser können als Frauen oder andersherum, hier geht es darum, Möglichkeiten zu finden, zusammenzuarbeiten und miteinander zu wachsen, ohne das man sich auf das Geschlecht beschränken muss, so Tatjana.

 

Tatjana Luethi – Mrs Globalicious

In die USA zu kommen, hat mir erlaubt die Frau zu sein, die ich heute bin

Wenn Tatjana Luethi heute auf ihr Leben zurückblickt, sieht sie die grösste Herausforderung, aber auch ihr grösstes Glück, mit ihrer Auswanderung nach Los Angeles. „Ich denke, in die USA zu kommen hat mir erlaubt die Frau zu sein, die ich heute bin. Du kannst hier sein, wer immer du auch willst und die Leute werden hier aufgrund ihrer Mentalität nie mit dem Finger auf dich zeigen und sagen „aber das macht man doch nicht“ – so würden das nämlich die Europäer machen.“

 

Los Angeles sei von Grund auf sehr unterstützend gestrickt. Die Menschen leben mit einem inspirierenden Mindset und das ziehe einfach mit. „Ich komme nicht aus einer Unternehmerfamilie und musste das Dasein als Entrepreneur auch erst lernen. In der Schweiz wurden damals traditionelle Wege eingeschlagen. Zuerst kam die Ausbildung, Studium und dann blieb man eben in dem Job solange man konnte, bevor man irgendwann vielleicht Kinder in die Welt setzt. Hier ist das einfach anders.

 

Die USA hat mir die Möglichkeit gegeben mich zu entfalten und meine erlernten Fähigkeiten erfolgreich und stolz nach aussen zu tragen. Wer hier hart arbeitet, der kann auch die Früchte des Erfolgs irgendwann ernten, das ist einfach so. Schweizer hingegen sind sehr strukturiert, sehr organisiert, aber sie verurteilen auch schnell und das kann sehr schnell herunterziehen. Wenn du nicht den Support und das passende Umfeld für die Umsetzung deiner Vision hast, dann ist es einfach sehr hart.

 

 

Aus ökonomischer Sicht, ist es aber wiederum sehr hart in Los Angeles zu überleben, dessen muss man sich einfach bewusst sein. Wer also seine Sicherheit wahren möchte und nicht bereit ist mit etwas Risiko zu spielen, der ist sicherlich in Europa und dessen Sicherheitsnetz besser aufgehoben. Man muss sich hier einfach den Hintern für den Erfolg aufreissen. Gerade Städte wie Los Angeles, sind keine Orte, die einem etwas schenken oder wo einem einfach etwas zufliegt. Du startest in L.A. immer ganz unten und musst dich hocharbeiten. Aus dem Grund ist es beispielsweise auch immer sehr ratsam, seine Fühler in verschiedenen Richtungen auszustrecken und für verschiedene Standbeine zu sorgen, falls das eine Projekt doch nicht so erfolgreich wird wie angenommen. Um dem vorzubeugen, sind mein Mann Mark und ich ebenfalls seit den frühen 2000ern im Real Estate Bereich tätig, haben dort investiert und auch Immobilien wieder verkauft.”

 

Auch wenn es für Tatjana Luethi im Nachhinein der richtige Schritt war auszuwandern, muss dies natürlich nicht der Masterplan für den generellen Erfolg sein. Wer nicht bereit ist, sich für seinen Traum auf ein neues Umfeld einzulassen, dem rät sie, sich in bestehende Strukturen zu begeben, die die eigene Vision unterstützen. „Es ist wichtig, sich an Menschen zu halten, von denen man lernen kann. Aber es ist auch wichtig, etwas zu tun, dass einen voranbringt. Es bringt nichts, Angst zu haben, paranoid zu werden und eventuell Depressionen zu entwickeln, nur weil man nicht genau weiss was man zu tun hat.“

 

Erst kürzlich trat Tatjana dem jungen Joint Venture, MixR, als Mitgründerin bei. MixR ist das erste Soziale und Kollaborative Netzwerk, dass Frauen dabei helfen soll, ihren Sozialen Einfluss zu stärken. Wir werden also wohl noch einiges von ihr hören.

 

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Gründerin/ Bloggerin / Autorin bei Mrs Globalicious
Doris ist die Autorin und Seele des Mrs Globalicious Online-Magazins. Als Journalistin und Autorin schreibt über ihre Lebenserfahrungen und erlangte Sichtweisen, die sie in verschiedenen Ländern und Lebenssituationen gewonnen hat. Mit ihrem ausgeprägten USA-Faible liebt sie es zu reisen - auch an Orte die nichts mit Burgern und Superbowl zu tun haben. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund wenn es darauf ankommt und beschäftigt sich leidenschaftlich gerne mit den Facetten des Lebens und Problemchen, für die es (nicht immer) eine Lösung gibt.
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