Soll ich für meinen Traum alles hinschmeissen?

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Für seinen Traum alles hinzuschmeißen ist keine leichtzunehmende Entscheidung. Zu Beginn hängt alles am seidenen Faden und der Erfolg lässt eine ganze Weile auf sich warten. Finanzielle Unsicherheit, ausbleibende Kunden und das Gefühl, seine Verfügbarkeit und Bereitschaft zwar in die ganze Welt hinauszuschreien, aber darauf keine Antwort zu bekommen, lässt einen schnell verzweifeln. Keine Anrufe, keine Aufträge, fehlende Motivation – fehlender Umsatz. Doch da sind viele Unternehmer schon durch. Und die folgenden Frauen beweisen nur einmal mehr, dass Durchhaltevermögen sich auszahlt.

Ich habe fünf Frauen befragt, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Jedoch verbindet sie alle eins: Sie haben ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht und haben es gewagt, alles für ihren Traum stehen und liegen gelassen. Was ihre Beweggründe waren, die Selbstständigkeit einem 08/15 Job vorzuziehen, wie der Moment war, als es bei Ihnen Klick gemacht hat und was sie anderen angehenden Businessfrauen, die noch mit Selbstzweifeln zu kämpfen haben, raten würden, erfährst Du jetzt.

Anita Vetter von undduso.com

Warum ich alles aufgab und ich mich selbstständig machte, werde ich oft gefragt. Die Wahrheit: Man lässt nicht alles hinter sich. Nur den festen Job, das regelmäßige Einkommen. Alles andere nimmt man mit: Erfahrungen, Gelerntes, Kontakte. Das Einzige, was wegfällt, sind die Stützräder am „Berufsfahrrad“. Wie beim Radfahren auch macht es Angst. Selbstzweifel sind normal und anfangs ein ständiger Begleiter. Sie können aber der Motor am Hinterrad sein: Sie sorgen dafür, dass man sich anstrengt.

In Physik haben wir gelernt: Energie geht niemals verloren, sie verteilt sich. Genauso kann man das mit der Angst machen, die einen lähmt: umwandeln und als Antrieb nutzen. Indem man visualisiert, was man erreichen möchte, z. B. über Mindmaps. Ein weiterer Tipp: Rede über deine Pläne – mit Freunden, Eltern, beruflichen Netzwerken oder mit einem Coach. Für jeden gibt es einen Weg. Hilfe annehmen und zurückgeben, das ist das Wichtigste beim Schritt in die Selbstständigkeit.

© Moussa Hakal

Bei mir hat es Klick gemacht, weil ich unabhängiger sein wollte, da sein wollte, wo der Wind mich hin weht – nicht nur während Urlaubstagen. Bereut habe ich es nicht. Ja, es ist anstrengend und es ist eine Herausforderung – aber das letzte Jahr hat mir gezeigt, dass es jede Mühe wert ist.

www.undduso.com

Lisa und Steffi von Crowdspondent

Wir hatten noch keinen sicheren Hafen als wir das Projekt gestartet haben. Wir waren in der Schlussphase unserer Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule und dachten uns: Wir wagen jetzt einfach mal was Neues. Nach der Rückkehr haben wir noch unser journalistisches Pflichtpraktikum gemacht und arbeiten beide bis heute für unsere damaligen Arbeitgeber.

Nachdem sich bei unserer ersten Recherche in Brasilien so viele Menschen für das Projekt interessiert haben, war klar, dass wir weitermachen. Seitdem reisen wir jedes Jahr drei Monate lang für die Crowd durch Deutschland und die Welt. Wir finden es immer schwierig, Frauen zu unterstellen, dass sie nicht genug Mut haben oder zu große Selbstzweifel.

Das gilt für Männer ja genauso, da kennen wir auch einige mit Selbstzweifeln. Wir würden allen raten: Probiert einfach mal drei Monate was Neues aus, wenn es nicht klappt, könnt ihr immer noch in euer Spießerleben zurückkehren.

www.crowdspondent.de

Monika Kanokova

Manchmal kommt alles anders als geplant und du musst agieren. In meinem Fall hieß es meinen geliebten Job zu kündigen und ein Abenteuer anzutreten, welches es mir ermöglichen würde, flexibel und von überall aus zu arbeiten. Das Internet war die Lösung! Ich habe 65 Personen, für die ich meine Leistungen als relevant empfunden habe, eine Email geschickt und angekündigt, ich wäre ab sofort selbständig verfügbar. Da kam auch schon der erste Auftrag aus London. Also los! London!

Zwar war es thematisch nicht der ideale Kunde, aber die Menschen waren toll und man hört ja immer, man muss sich am Anfang der Selbständigkeit Kompromissen fügen.

Nach nur wenigen Wochen kamen neben der Aufregung auch Mal wieder die Zweifel und so entschied ich mich ein Recherche-Projekt zu starten und endlich das zu machen, was ich immer schon tun wollte; ich habe beschlossen ein Buch zu schreiben! Meine gesetzte Deadline, Jahresende. Klar, acht Wochen war es Stress pur. Ich war Vollzeit mit meinem Kunden beschäftigt und nebenbei habe ich ein Buch geschrieben, welches ich in der ersten Januar Woche publizieren sollte. Mit dem Namen “This Year Will Be Different: an insightful guide to becoming a freelancer” wollte ich ein klares Zeichen setzen.

Ein Jahr später kann ich nur sagen, dass ich vor allem eine Sache richtig gemacht habe: ich habe ein Projekt initiiert, das mich interessiert hat und welches seither als die beste Visitenkarte wirkt. Denn wenn ich genauer darüber nachdenke, sind die meisten Aufträge, die seither in meine Hände fielen, gerade wegen diesem einem Projekt in meine Hände gefallen. Und daher, würde ich jemandem etwas empfehlen wollen, der selbständig durchstarten möchte, würde ich sagen: denke dir ein Projekt aus, mache das, wofür du auf lange Sicht bezahlt werden möchtest. Auch wenn es am Anfang gratis ist.

www.mkanokova.com

Lissy von lissy-backt.de

Richtig bewusst wurde mir mein Wunsch nach der Selbstständigkeit im Master Studium. Was mache ich eigentlich wenn ich meinen Master in Ökotrophologie fertig habe? Irgendwo in der Produktentwicklung arbeiten? Ich war mir einfach überhaupt nicht mehr sicher, ob mich so etwas glücklich machen würde. Dagegen entwickelte sich bei dem Gedanken an ein eigenes Cafe oder ein Süßes Catering ein sehr warmes Gefühl.

Im ersten Moment war es ein unglaublich befreiendes Gefühl mich endlich entschieden zu haben und im nächsten Atemzug auch ganz viel Angst. 

Angst, dass das Business nicht so läuft wie erwartet. Mein Bauchgefühl hat mir aber immer wieder gesagt, dass das gut wird. Das wichtigste ist, dass man sich bewusst machen sollte, dass es auch Rückschläge geben oder eine Phase von Stagnation eintreffen wird. Es geht nicht gleich alles auf einmal wunderbar los und wird immer stetig besser. Geduld und Ausdauer sind wirklich sehr wichtig in der Selbstständigkeit.

www.lissy-backt.de

Alle vier haben haben sich an einem Punkt für sich und eine Zukunft in absoluter Eigenregie entschieden. Sie haben den Anfang gewagt und damit die grösste Hemmschwelle überwunden – und damit die wahrscheinlich wertvollste Entscheidung ihres Lebens getroffen. Denn wenn du nur dieses eine Leben hast, warum sollst du es dann nicht mit den Dingen füllen können, die du liebst? 

Wenn du mich also fragst, ob du für deinen Traum alles hinschmeissen sollst, gebe ich dir folgende Antwort: 

Riskiere, wenn es dir so wichtig ist, dass du an nichts anderes mehr denken kannst, investiere, wenn du dir sicher bist, dass es das ist, was du in deinem Leben tun willst und geniesse, denn am Ende bereut nur derjenige, der nie etwas gewagt hat.

 

Welcher Schritt fehlt dir noch zum grossen Ganzen? Was ist derzeit deine grösste Sorge oder Herausforderung? 

 

 

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Gründerin/ Bloggerin / Autorin bei Mrs Globalicious
Doris ist die Autorin und Seele des Mrs Globalicious Online-Magazins. Als Journalistin und Autorin schreibt über ihre Lebenserfahrungen und erlangte Sichtweisen, die sie in verschiedenen Ländern und Lebenssituationen gewonnen hat. Mit ihrem ausgeprägten USA-Faible liebt sie es zu reisen - auch an Orte die nichts mit Burgern und Superbowl zu tun haben. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund wenn es darauf ankommt und beschäftigt sich leidenschaftlich gerne mit den Facetten des Lebens und Problemchen, für die es (nicht immer) eine Lösung gibt.
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3 Gedanken zu „Soll ich für meinen Traum alles hinschmeissen?

  1. Schöner Artikel! Ich finde es immer gut auch andere Leute zu interviewen, in dem Fall auch andere, die sich getraut haben ihren eigenen Weg zu gehen. Gerade in der heutigen Zeit wachen immer mehr junge Leute auf und erkennen, dass nur sie selbst ihr Leben gestalten können und das nicht anderen überlassen sollten. Das freut mich sehr 🙂 Viel Erfolg und viele Grüße! Nicole

  2. Super Zusammenstellung, und wieder ein kleiner Kick in den heutigen Tag. Aktuell macht sich nämlich auch bei mir wieder die Angst breit. Die Angst in Energie umwandeln find ich klasse.
    Danke 🙂

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