Warum selbstbewusste Frauen polarisieren – Truthteller Vivien von Mango Verde – Mrs Globalicious

Warum selbstbewusste Frauen polarisieren und wie Körpersprache unser Auftreten beeinflusst

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Selbstbewusstsein ist sexy- oder nicht? Bei dieser Frage gehen die Meinungen oft auseinander. Doch warum ist das so und was hat es mit nonverbalen Signalen (Körpersprache) und unserer Ausstrahlung auf sich?

 

Selbstbewusstsein vs. Dominanz

Spot an! Erhobenen Hauptes und energischen Schrittes betritt eine Frau den Raum. In Lack und Leder lässt sie die Peitsche knallen und schaut mit strengem Blick in die Runde. Sie weiß was sie will und wie sie es kriegt. Sie schüchtert ein, man hat sich ihr zu unterwerfen. Sie hat stets die Kontrolle und duldet keinen Ungehorsam. So oder ähnlich ist oft das Bild einer starken, selbstsicheren Frau – doch das ist nicht richtig.

 

Selbstbewusstsein wird fälschlicherweise oft mit Dominanz gleichgesetzt, dabei gibt es zwischen diesen beiden Eigenschaften einen großen Unterschied. Dominanz zeigt sich als äußere Stärke im Verhalten anderen gegenüber, während Selbstbewusstsein die wahre Stärke von innen heraus ist. Mangelndes Selbstbewusstsein wird gerne mit dominantem Verhalten überspielt. Das heißt, dass selbstbewusste Frauen zwar gleichzeitig auch dominant sein können, aber dominante Frauen nicht zwingend auch selbstbewusst sind.

 

Eine selbstbewusste Frau ist durchsetzungsstark, unabhängig, mutig und in der Lage, Nein zu sagen. Sie ist dynamisch und ambitioniert. Sie ist sich sowohl ihrer Stärken als auch ihrer Schwächen bewusst und steht zu und hinter ihnen. Sie hat eine aufrechte, offene Körperhaltung, spricht laut und deutlich, sieht ihrem Gesprächspartner in die Augen und unterstreicht ihre Worte mit großen Gesten.

 

Eine starke, selbstbewusste Frau kennt ihren Wert und lebt diesen auch nach außen. Körpersprache und Selbstsicherheit sind zwei Dinge, die miteinander verschmelzen und die maßgeblich dazu beitragen, wie wir auf andere Menschen wirken.

 

Warum selbstbewusste Frauen polarisieren

Entgegen der allgemeinen Überzeugung kommen wir nicht selbstbewusst auf die Welt, sondern werden es im Laufe des Lebens – manche mehr, andere weniger, basierend auf den Erfahrungen, die wir in unserer Kindheit und Jugend machen. Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein ist lernbar und der erste Schritt ist Selbstachtung: nur wer sich selbst annimmt, liebt und achtet, kann auch ein gesundes Selbstbewusstsein entwickeln. Die innere Einstellung zu sich selbst, das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und das Akzeptieren der eigenen Schwächen spiegelt sich in unserer Körpersprache und somit in unserem Auftreten wider und kann mit gezieltem Training signifikant verbessert werden – wenn man bereit ist, an sich zu arbeiten und sich den schmerzhaften Erfahrungen aus der Vergangenheit zu stellen.

 

Starke Frauen lösen bei weniger selbstbewussten Menschen oft widersprüchliche Gefühle aus: sie haben einerseits Berührungsängste und scheuen den Umgang mit ihnen, andererseits fühlen sie sich aber auch stark von ihnen angezogen. Diese ambivalente Gefühlslage macht die selbstsichere Frau sowohl interessant als auch bedrohlich. Frauen entwickeln anderen, selbstbewussteren Frauen gegenüber schnell negative Gefühle wie Eifersucht, Neid, Unsicherheit oder Rivalität, während Männer eine zu starke Persönlichkeit sogar als Konkurrenz sehen können. Ein Mann möchte gegenüber einer Frau seinen Beschützerinstinkt ausleben können und seine Männlichkeit bewundert wissen; er möchte das Gefühl haben, gebraucht zu werden. Eine (zu) starke Frau benötigt seine Hilfe nicht und kommt prima alleine zurecht – und untergräbt damit unbeabsichtigt seine Männlichkeit.

 

Selbstbewusste Frauen werden wahrgenommen. Und gewollt oder nicht, bewusst oder unbewusst, bewerten wir diese Person. Die Bewertung weckt positive oder negative Emotionen und wo Emotionen sind, bilden sich Meinungen.

 

Körpersprache und was sie aussagt

Es gibt viele körpersprachliche (nonverbale) Signale, die Selbstsicherheit ausdrücken. Wichtig zu verstehen ist, dass wir uns automatisch fühlen wie wir uns geben. Das heißt hängende Schultern und ein gesenkter Blick demonstrieren Unsicherheit und wir fühlen uns dementsprechend schwach und kraftlos; andersrum vermittelt eine aufrechte Haltung mit einem ruhigen, festen Blick und großer Gestik oberhalb der Gürtellinie Selbstvertrauen und stärkt gleichzeitig unser Innerstes.

 

Wer sich selbst nicht mag, sich nichts zutraut und sich als Opfer sieht, trägt dies unbewusst auch nach außen. Menschen mit mangelndem Selbstbewusstsein haben in ihrer Kindheit und Jugend wenig Lob, Anerkennung und Wertschätzung erfahren und wurden geprägt von Aussagen wie „Das kannst du nicht“, „Aus dir wird nie was!“ etc. Diese negativen Erfahrungen wurden dann so verinnerlicht, dass sie zu einem äußert geringen und kritischen Selbstbild geführt haben. Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl haben Angst vorm Scheitern und Ablehnung; sie gestalten ihr Leben nicht aktiv so wie sie es eigentlich wollen, halten andere stets für besser als sich selbst und können ihre Fähigkeiten und Potenziale nicht voll entfalten. Sie nehmen unbewusst die typische Opferrolle ein und spiegeln diese innere Überzeugung durch ihre nonverbalen Signale auch genauso wider.

 

Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass ein Mensch innerhalb der ersten fünf Sekunden zu 55% durch Körpersprache bewertet wird, zu 38% aufgrund der Tonlagen in der Stimme und nur zu 7% durch das gesagte Wort. Die wichtigsten nonverbalen Signale sind unser Gang, Stand, unsere Stimme, Körperhaltung, Mimik und Gestik.

 

In New York City gab es eine Studie mit inhaftierten Sexualstraftätern und Dieben um herauszufinden, nach welchen Kriterien sie sich ihre Opfer aussuchten. Dazu filmte man eine belebte Kreuzung in Manhattan ein paar Minuten lang und zeigte den Tätern anschließend getrennt voneinander die Aufnahmen. Alle benannten exakt dieselben Personen als mögliche Opfer. Die Gründe dafür waren offensichtlich: entweder waren die Betreffenden mit ihrem Smartphone beschäftigt oder anderweitig abgelenkt und somit unachtsam ihrer Umwelt gegenüber oder strahlten durch eine zusammengesunkene Körperhaltung, einen unklaren Gang mit kleinen Schritten und einen auf den Boden gerichteten oder unsicher-suchenden Blick Unsicherheit und Schwäche aus. Alle Täter sagten aus, dass Körpergröße und Statur nicht ausschlaggebend sei, ob die betreffende Person ein potenzielles Opfer sein könnte oder nicht. Täter suchen Opfer, keine Gegner.

 

Selbstbewusstsein und Körpersprache im Beruf

Für viele Frauen ist es nicht leicht, in einer von Männern dominierten (Geschäfts-)welt selbstbewusst aufzutreten ohne gleichzeitig ihre Weiblichkeit aufzugeben. Der Job verlangt oft Eigenschaften wie Selbstbewusstsein, Stärke, Dynamik, Durchsetzungsvermögen, Effizienz und Leistungsorientierung – etwas, das bei Frauen oft negativ ausgelegt wird, während es bei Männern positiv bewertet wird. Solche Frauen gelten oft als zickig, hart, unsympathisch oder auch arrogant. Sie fallen aus der Rollenstereotypie des zurückhaltenden, sanften, fürsorglichen Muttertiers à la Bambi heraus.

 

Mit offenem Blick, aufrechter Haltung und einem freundlichen, aber bestimmten Gesichtsausdruck sitzen sie in Meetings und Tagungen und verunsichern schnell mal die männlichen Kollegen mit ihrer Präsenz. Trotz aller Quotendiskussionen sind Frauen in Spitzen-Positionen vor allem in Großkonzernen aber immer noch selten vertreten und wenn sie es sind, müssen sie ihren Platz dort oben knallhart verteidigen gegen Stuhlabsäger und Stutenbissigkeiten. Ohne eine gesunde Portion Selbstbewusstsein und Mut ist frau hier auf verlorenem Posten.

 

Fazit: Selbstbewusste Frauen wecken Emotionen – sowohl positive als auch negative und müssen auch selbstbewusst genug sein, sich nicht beirren zu lassen und ungeachtet der Reaktionen auf ihre Person weiter ihrer Wege zu gehen. Innere Stärke strahlt nach außen, innere Schwäche aber leider auch und sagt eine Menge über uns aus - ob wir wollen oder nicht. Die gute Nachricht: man kann daran arbeiten!

 

 

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Über Vivien Renziehausen:

Truthteller Vivien von Mango Verde – Mrs Globalicious

Vivien Renziehausen ist gebürtige Bremerin auf der ganzen Welt zu Hause. Sie hat bereits über 40 Länder bereist, die meisten davon allein. Sie ist Führungskraft in einem internationalen Konzern und ausgebildete Trainerin für Selbstverteidigung, Selbstschutz & Reisesicherheit für Frauen. 2015 hat sie „Mango Verde“ gegründet, um in ihren Seminaren und Einzelcoachings Frauen dabei zu helfen, durch gezieltes praktisches Selbstverteidigungs-, Selbstschutz- und Mentaltraining Selbstzweifel, Ängste und Blockaden zu überwinden, ihr Selbstbewusstsein zu stärken und den Mut zu haben, ihrem Herzen zu folgen. Vivien hat selbst bereits in jungen Jahren viele harte Prüfungen und Krisen meistern müssen und weiß, wovon sie spricht. Mango Verde stärkt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und ermutigt, neue Wege zu beschreiten, Erfahrungen zu machen und bereitet optimal und ganzheitlich auf Reisen, Sabbaticals und Auslandsaufenthalte vor. 

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Gründerin/ Bloggerin / Autorin bei Mrs Globalicious
Doris ist die Autorin und Seele des Mrs Globalicious Online-Magazins. Als Journalistin und Autorin schreibt über ihre Lebenserfahrungen und erlangte Sichtweisen, die sie in verschiedenen Ländern und Lebenssituationen gewonnen hat. Mit ihrem ausgeprägten USA-Faible liebt sie es zu reisen - auch an Orte die nichts mit Burgern und Superbowl zu tun haben. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund wenn es darauf ankommt und beschäftigt sich leidenschaftlich gerne mit den Facetten des Lebens und Problemchen, für die es (nicht immer) eine Lösung gibt.
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2 Gedanken zu „Warum selbstbewusste Frauen polarisieren und wie Körpersprache unser Auftreten beeinflusst

  1. Dieser Beitrag spricht mir aus der Seele! In diesem Beitrag bin genau ich und viele Frauen beschrieben. Oftmals fühle ich mich falsch wahrgenommen. Es ist nicht einfach, als selbstbewusste Frau durchs Leben zu gehen….

  2. Ich habe ehrlich gesagt noch nie verstanden, warum es immer als Widerspruch gilt, eine starke Frau zu sein und dennoch auch einen „Beschützer“ an der Seite zu haben. Ich finde es auch als starke Frau außerordentlich…ja, ich möchte schon fast sagen sexy, wenn ein Mann zum Beispiel auf dem Trottoir links von mir läuft, wenn er die schwerere Einkaufstüte trägt und wenn er sich vor mich stellt, wenn ich doof angemacht werde. Nicht, weil ich es bräuchte, nicht weil er es müsste, sondern weil es mir persönlich einfach ein bestimmtes Gefühl vermittelt, das ich unheimlich gerne mag. Ich kann auch diese Verbindung von „starker Frau“ und „Gefühlskälte“ nicht nachvollziehen. Wenn ich überlege, wie oft ich schon in Tränen ausgebrochen bin und wie sensibel ich eigentlich bin… Aber deshalb bin ich doch immer noch stark und unabhängig und selbstbewusst…?!
    Es ist unglaublich schade, dass starke Frauen immer noch so oft wahlweise als Bedrohung oder aber als Objekt der Begierde wahrgenommen werden. Letzteres meist von Menschen, denen es selbst an Stärke, Energie und Motivation mangelt und die dann versuchen, einen „auszusaugen“. Ich warte noch auf den Tag, an dem starke Frauen einfach normale Frauen sind… Naja. In diesem Sinne: Weiter geht der Kampf 😉

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