Wie finde ich den richtigen Businesspartner? – Mrs Globalicious

Wie finde ich den idealen Businesspartner?

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Wer aus welchen Gründen auch immer nicht alleine gründen will, sucht sich einen Businesspartner. Doch das hört sich einfacher an, als es ist. Zum einen wachsen potenzielle Bewerber nicht einfach so auf den Bäumen und zum anderen sollte es sich wohl überlegt sein, wem man einen so intimen Zugriff zu seiner Existenz erlaubt.

 

Viele der heutigen großen Unternehmen wurden von einem Duo gegründet. Laut Forbes Magazine sind aber 65 Prozent der Unternehmen auch wieder eingeknickt, weil sich die Partner aus verschiedenen Gründen über ihre Vorstellungen doch nicht mehr so einig waren. Bis einer von beiden das Weite gesucht oder das Unternehmen komplett Dich gemacht hat.

 

Doch wo finde ich ihn, das perfekte Gegenstück? Und sind langjährige Freunde oder sogar Familie die richtigen Personen dafür?
Ich bin zwar eher von der Sorte der Einzelkämpfer, aber es ist ja Gott sei Dank immer noch jedem Selbst überlassen, ob er diesen elementaren Schritt alleine gehen möchte oder lieber einen zweiten oder sogar dritten Mann im Boot hat.
Zu den Pro´s gehören sicherlich Dinge wie:

  • Alleinige Entscheidungsgewalt
  • keine Rechenschaft über sämtliche Vorgänge, die im Unternehmen stattfinden und keine Hierarchien
  • Alles kann sofort und allein entschieden werden
  • der Umsatz fließt nur in Deine Tasche (es sei denn Du hast Mitarbeiter)

Jedoch hat das ganze natürlich auch seine Schattenseiten:

  • es ist schwierig jemanden zu finden der die Vision teilt
  • Abhängigkeit
  • es gibt immer einen oder mehrere die Mitspracherecht haben
  • der Umsatz wird geteilt
  • Meinungsverschiedenheiten können sich schnell aufs private und geschäftliche Gemüt auswirken

 

Wie prüfe ich aber am besten, ob diese Person als Businesspartner geeignet ist?

Bevor Du überlegst, was Deinen perfekten Businesspartner ausmacht, solltest Du Dir erst mal Gedanken über Dich und Deine Vorstellungen machen. Werde Dir selbst zuerst bewusst, was Du willst, was Dein Business ist und was Du von einem Businesspartner erwartest. Kenne Deine Stärken und Schwächen und mache Dir bewusst, welchen Gegenpart Dein potenzieller Businesspartner einnehmen kann/soll.

 

Wenn es dann soweit ist, rate ich Dir, auf folgende Dinge zu achten:

  • Wenn Du überlegst, mit einem Deiner Arbeitskollegen ein Unternehmen zu gründen, rate ich Dir ihn außerhalb der Arbeit und persönlich kennenzulernen. Schummelt er, wenn ihr Karten spielt, beim Golf oder drückt er sich gerne vorm Zahlen, wenn Ihr essen geht? Ist er pünktlich und hält er sich an Absprachen (z.B. bei einem Umzug)? Solche Dinge sagen sehr viel über die Manier eines Menschen aus. Wenn er in sich seiner Freizeit schon vor Verantwortungen drückt und lieber den einfacheren Weg geht, ist er womöglich nicht die richtige Person für Dich und Dein Business.

 

  • Habt Ihr schon einmal gemeinsam über eine längere Zeit an einem Projekt gearbeitet? Wenn nicht, dann solltet Ihr das unbedingt testen. Das stellt das Verhalten unter Stress auf die Probe und lehrt einiges über Eure Arbeitsweisen.

 

  • Kaufe nie die Katze im Sack und prüfe genau, wenn Du Dir da anlachst. Hol Dir Referenzen von seinen ehemaligen Arbeitgebern, Kunden oder Businesspartnern ein. Scheue Dich nicht davor, etwas über diese Person zu recherchieren.

 

  • Eine Businesspartnerschaft ist wie eine Ehe. Es geht ums Geben und Nehmen. Sei Dir sicher, dass diese Person ein sozialer und nicht ichbezogener Mensch ist. Er sollte, wie auch Du, bereit sein, Dinge zu geben, ohne gleich im Umkehrschluss sofort etwas dafür zu erwarten – dass gilt übrigens insbesondere bei der Kundenbetreuung.

 

  • Finde jemanden, der bereit ist zu wachsen, zu investieren und Dich auch bei Deiner Vision zu hundertprozentig unterstützt.

 

  • Gründe nicht mit einer Person, der Du nicht zu 1000 Prozent vertrauen kannst – egal welche Kenntnisse, Fähigkeiten, Erfahrungen oder wie viel Geld diese Person mitbringt. Hier geht es um Deine Existenz und Du solltest diese nicht riskieren, indem Du eine Person an Bord holst, der Du nicht ohne schlechtes Gewissen den Rücken kehren kannst.

 

  • Redet über Eure Visionen. Wer die gleichen Interessen teilt, hat nicht zwingend die gleichen Visionen. Finde heraus, wo Eure Prioritäten liegen und was die Beweggründe für eine Gründung bei jedem Einzelnen von Euch sind. Wenn es einem beispielsweise um die Vision geht, Menschen zu helfen und der andere eher den Fokus darauf hat, möglichst viel Geld innerhalb kürzester Zeit zu verdienen, passen Eure Motive nicht optimal zusammen.

 

  • Redet über Eure Zukunftspläne. Wo will jeder Einzelne in einem Jahr und in zehn Jahren stehen? Wie groß soll das Unternehmen werden? Willst Du womöglich nur lokal aufgestellt sein und Dein Businesspartner strebt eine internationale Karriere an?

 

  • Wenn Ihr grob das Gefühl habt, dass es passt, schreibt einen detaillierten Businessplan zusammen. Auch wenn viele ihn mittlerweile für unnötig halten, ist er dennoch perfekt, um fokussiert und detailliert die Visionen auf den Tisch zu legen. So findet Ihr heraus, ob Ihr wirklich die gleichen Vorstellungen habt oder worüber man vielleicht nochmals sprechen sollte.

 

  • Ergänzt Ihr Euch in Euren Fähigkeiten und gleicht Ihr Eure Missstände aus? Das wäre ideal.

 

  • Auch wenn da am Anfang keiner drüber sprechen möchte, setzt gemeinsam eine Exit-Strategie in Eurem Businessplan fest, die besagt, wie es mit dem Unternehmen weitergehen soll, sobald sich einer gegen eine weitere Zusammenarbeit entscheidet. Dieser Punkt sollte geregelt werden, insbesondere wenn Geld in das Unternehmen investiert wurde. Letztendlich geht es bei einem Business um die Existenz des Geschäftsführers, der Mitarbeiter und um rechtliche Belange und nicht zuletzt um viel Geld, die einfach gesichert werden müssen. Diese Exit-Strategie sollte folgende vier Punkte regeln:

 

Welche Beweggründe würden zu einer Ausscheidung (Kündigung) aus dem Unternehmen führen? (Diebstahl, Veruntreuung, …)

  1. Wie soll das Unternehmen am Schluss finanziell bewertet werden und wie hoch wird der ausscheidende Unternehmer eventuell ausbezahlt?
  2. Welche Optionen gibt es für eine eventuelle weitere Zusammenarbeit innerhalb des Unternehmens? (Als Freelancer, Berater,…)
  3. Welche Rechte bleiben in den Unternehmern und welche Wettbewerbsverbote werden festgelegt? (Darf der ausscheidende trotzdem mit vorhandenen Patenten, Projektideen usw. weiter wirtschaften oder nicht)

 

Wenn Du mit Deinem Partner, Deiner Freundin oder Freund, Deinem Ehepartner oder einem Geschwisterteil gründest, solltest Du Dir im Klaren sein, dass diese zusätzliche Bindung ein noch unbekannter Stressfaktor sein wird. Denn auch wenn Ihr Euch womöglich noch nie gestritten habt, wird es eines Tages zu Meinungsverschiedenheiten kommen. Das ist einfach gesetzt und muss auch nicht schöngeredet werden. Stress, Druck und der Umgang mit schlecht gelaunten Kunden sorgt schnell mal für eine dünne Haut und für schlechte Stimmung. Ein gemeinsames Business wird Euch auf die Probe stellen.

 

Was ist wichtig, wenn man sich entscheidet mit einem Businesspartner zu arbeiten?

  • Vertrauen
  • 1000%  Verlass
  • keine Machtspielchen / Hierarchie. Die Rollen und das Entscheidungsrecht sollte von vornherein zu 100 Prozent geklärt sein
  • eine gemeinsame Vision
  • gegenseitiger Raum zur Entfaltung
  • Rückhalt, Akzeptanz und Toleranz. Ihr sitzt Tag und Nacht aufeinander und solltet Euch daher auch unbeschränkt riechen können
  • Reden, reden, reden
  • Lernt abzuschalten sobald Ihr den Arbeitsmodus verlasst. Nehmt Eure Probleme nicht nach Hause.
  • Seid einfühlsam, aufmerksam und gönnt Euch gegenseitig eine Auszeit.

 

Aber wo finde ich potenzielle Businesspartner?

Am einfachsten ist es immernoch mit Freunden, Familie oder sehr guten Bekannten zusammenzuarbeiten. Im besten Fall kennt Ihr Euch schon sehr lange und wisst, wie Ihr miteinander umgehen sollt, kennt Eure Arbeitsmoral und wisst auch, wie Ihr Euch in schlechten Zeiten gegenübersteht.

 

Falls Du jedoch niemanden aus Deinem nahen Umfeld kennst, würde ich mich mal hier umschauen:

  • Empfehlungen von vertrauten Personen: Leute, die Dich schon seit Jahren kennen, sind die besten Möglichkeiten auf Netzwerk-Optionen. Du kannst ihnen am meisten Vertrauen und sie würden Dir nie einen unzuverlässigen Menschen empfehlen, weil ihnen selbst am Herzen liegt, dass Du erfolgreich bist. Lass sie wissen, dass Du jemanden suchst und sie werden sicherlich gerne die Augen und Ohren offenhalten und Dich weiterempfehlen.
  • Networking Events: Manche hassen sie, aber für den eigentlichen Weg, Leute kennenzulernen, sind sie perfekt. Und Du weißt nie, wem Du über den Weg läufst.
  • Messen 
  • Facebook-Gruppen mit Gleichgesinnten
  • Ehrenamtliche Mitarbeit: Arbeite für einen guten Zweck in Deinem gewünschten Bereich, überzeuge durch Deine Arbeit und lernen Menschen kennen, mit den gleichen Zielen
  • Universitäten
  • (ehemalige) Arbeitskollegen
  • Portale wie LinkedIn, Xing, usw. 

 

Denke immer daran, dass der Grund, warum Du Dein eigenes Business willst, Deine Freiheit, Unabhängigkeit und Deine Visionen sind. Sie können sich erfüllen, wenn Du Dir die richtigen Leute ins Boot holst. Mit den Falschen aber können sie Dich auch im Handumdrehen ruinieren.

 

Mit dem richtigen Businesspartner zusammenzuarbeiten, eröffnet Dir sicherlich Türen und Möglichkeiten, die Du allein und mit Deinem einzigen Wissen vielleicht nicht erreicht hättest. Jedoch ist es wichtig, dass man sich ergänzt, sich vertraut und eine gemeinsame Vision teilt.

 

Wenn Du Dich generell schwer damit tust, anderen Leuten zu vertrauen, dann ist es vielleicht eher Dein Ding, allein loszuziehen. Daran ist ebenfalls nichts Verwerfliches.

 

Würde es für Dich infrage kommen, mit einem Businesspartner zusammenzuarbeiten? Oder bist Du auch eher der Einzelkämpfer? Lass es mich wissen in den Kommentaren. 

 

 

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Gründerin/ Bloggerin / Autorin bei Mrs Globalicious
Doris ist die Autorin und Seele des Mrs Globalicious Online-Magazins. Als Journalistin und Autorin schreibt über ihre Lebenserfahrungen und erlangte Sichtweisen, die sie in verschiedenen Ländern und Lebenssituationen gewonnen hat. Mit ihrem ausgeprägten USA-Faible liebt sie es zu reisen - auch an Orte die nichts mit Burgern und Superbowl zu tun haben. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund wenn es darauf ankommt und beschäftigt sich leidenschaftlich gerne mit den Facetten des Lebens und Problemchen, für die es (nicht immer) eine Lösung gibt.
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