„Ich will, dass du weisst, dass ich stolz auf dich bin“ – Ein Brief an mein 20-jähriges Ich …

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Liebe Doris,

es fühlt sich komisch an, Dir zu schreiben, aber nun ist es endlich mal an der Zeit, Dir zu sagen, wie großartig Du eigentlich bist. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich gegen Ende des Jahres immer so melancholisch werde und meine Jahresziele reflektiere.

 

Vieles davon verfliegt nach der anfänglichen Euphorie, aber eines ist bisher über die Jahre immer geblieben: der positive Gedanke, dass alles gut werden wird. Und der Gedanke hat sich in den letzten Jahren auch schon oft bewährt.

 

Dein größter Wunsch war es schon immer, für fünf Jahre in die Zukunft schauen zu können. Egal in welchem „Stadium“ Deiner Selbstverwirklichung Du warst, welche Schritte Dir Angst gemacht haben oder vor welchen großen Entscheidungen Du gestanden bist, Du wolltest schon immer wissen, ob sich der ganze Aufwand lohnen würde, den Du Tag ein und Tag aus zelebrierst. Ein ungeduldiges Gör, so hast Du Dich selbst schon immer genannt. Und glaube mir, es gibt Dinge, die ändern sich nicht – auch nicht, wenn Du schon steil auf die 30 zugehst. Da kannst Du noch so erwachsen sein.

 

Heute ist wieder einer der Tage, die der Reflexion zum Opfer gefallen sind. Ich liebe diese Tage, denn es gibt nichts Schöneres, als einfach mal bewusst stolz darauf zu sein, was man im Leben schon alles erreicht hat. Das Leben wird ständig geprägt von Hochs und Tiefs, Stress im Alltag, Stress im Job, Stress im Privatleben – Stress im Leben anderer, den man auch in sich hineinfrisst. Da kommen solche Momente gerade richtig.

 

Die Entscheidung, einen Brief an Dich zu schreiben, kommt nicht von ungefähr. Ich fühle heute noch jeden Moment der Aufregung, der Verzweiflung und jeden Moment, der Glücksgefühle mit sich brachte. Die heutige Reflexion hat mich zu etwas überredet, was ich schon vor längerer Zeit hätte tun sollen: mir selbst – Dir – zu sagen, dass ich das alles ja gar nicht so schlecht mache.

 

Wenn ich nun heute, 10 Jahre später, auf die ganzen Erlebnisse zurückblicke, wünschte ich mir, ich hätte einige Weisheiten parat gehabt, die Dir so manches Chaos im Leben erspart hätten. Aber hey, „Life is a Bitch“, das hast Du Dir schon früher gedacht. Und Du tust es heute in gewisser Weise auch noch. Mit dem Unterschied, dass Du nun die Feinheiten zuzuordnen weißt.

 

Das Leben ist immer irgendwo ungerecht und undankbar. Aber ganz nüchtern betrachtet, ohne dieses Chaos wärest Du sicherlich nicht da, wo Du jetzt mit fast 30 Jahren bist. All diese positiven und negativen Momente: sie gehören zum Leben einfach dazu, wie es auch die Fehler tun. Die, die Dich sehr oft zur Verzweiflung gebracht haben. Sie sind dazu da, um Dir zu sagen, dass Du Deinen Kurs überdenken solltest und nicht, um ihn komplett aufzugeben. Sie machen Dich stärker für den Moment, wenn Du angekommen bist. Für den Moment, wenn Du parat sein und glänzen musst.

 

Lebensumstände prägen, Menschen beeinflussen und Taten spiegeln deine Seele wieder.

 

Zu Deinem Vorteil ist es letztendlich immer anders gekommen, als Du gedacht hast, und das hast Du allein Dir selbst zu verdanken. Du hast mit der Zeit gelernt zu improvisieren und das Beste aus jeder Situation herauszuholen – selbst aus dem schlimmsten. Und dafür kannst Du stolz auf Dich sein.

 

In den letzten Jahren hat sich viel geändert. Eigentlich hat sich Dein Leben nicht nur einmal komplett auf den Kopf gestellt, sondern auch noch eine Sondereinlage mit drei Flickflacks, einer Schraube und einem Handstandüberschlag eingelegt. Das meiste davon hättest Du Dir vorher in den kühnsten Träumen nicht ausgemalt.

 

Und jetzt, wo ich an die letzten Jahre zurückdenke, werde ich schon fast melancholisch, wenn ich daran denke, was das Leben aus einem macht, wenn man bereit ist, für seine Träume einzustehen. Es war einfach verrückt. Du bist einfach verrückt. Den Mut aufzubringen, allein in die Welt loszuziehen und sich furchtlos und allein in die dunkelsten Ecken irgendwelcher Städte zu stellen, sich auf fremde Menschen einzulassen, von denen Dir andere Personen abgeraten haben, das spricht von großer Stärke. Auch wenn viele andere das sicherlich nicht so sehen. Aber um die geht es auch nicht. Um die ging es ehrlich gesagt nie, das hast Du aber erst sehr spät begriffen.

 

Ich weiß noch, wie Du häufig in Deinen Gedanken festgefahren, nach Antworten gesucht hast. Du fragtest Dich, ob Du wohl jeMals in Deinem Leben das erreichen würdest, was Du Dir täglich in Deinen Tagträumen zurechtgelegt hast. Darüber reden konntest Du nicht. Zu groß war die Scheu vor Ablehnung, vor Kritik und vor Rechtfertigungen. Ich spüre heute noch ab und zu das große Fragezeichen im Bauch. Schwer wie Blei. Als wäre es gestern gewesen. Es fühlt sich an wie der Schmerz, wenn man sich das erste Mal an einer Herdplatte verbrennt. Den vergisst man nicht.

 

Mittlerweile hast Du gelernt, was Selbstwert bedeutet und gibst nichts mehr auf Menschen, die Dich nur blockieren. Du hast gelernt, Deinen eigenen Soundtrack zu Deinem Leben zu schreiben. Du warst nie ein Einzelgänger, aber immer eher ein Einzelkämpfer. Du hast Dir über die Jahre die Gabe angeeignet, schnell einschätzen zu können, ob Personen die idealen Wegbegleiter oder ob sie nur Begleiter auf Zeit waren. Es gab wenige Menschen, denen Du Dich hingebungsvoll öffnen konntest. Heute ist das nicht anders. Freunde sind für Dich ein Kostbares gut. Sie sind da, wenn es darauf ankommt, genauso wie Du für sie, aber leider können auch sie Dich nicht vor jeder Enttäuschung bewahren.

 

All die Träume und Visionen, die Du vor Dir hattest, waren immer Dein Lebenselixier und sind es heute immer noch. Sie hielten Dich auf Trab, gaben Dir Auftrieb, sodass Du immer genug zu tun hattest. Sie pusteten den Sauerstoff in Deine Lungen und das Blut in Deine Adern. Ich bin mir fast sicher, dass sich das in Deinem Leben auch nie ändern wird.

 

Ängste haben Dich geplagt. Selbstzweifel, die Dich davon abgehalten haben, den Anfang zu wagen, haben Dich in den Wahnsinn getrieben. In diesem Jahr hast Du nun einfach den Schritt einfach gewagt. Du bist aufgestanden, hast alles auf eine Karte gesetzt und …st das Schicksal für Dich entschieden, bevor andere für Dich entscheiden konnten. „Es gibt keinen Grund …f dieser Welt, warum Dein Traum nicht funktionieren sollte“ – genau das hast Du Dir immer wieder vor Augen geführt und … Deinem Lebensmotto gemacht. Die Schüchternheit hast Du abgelegt, an Selbstvertrauen zugelegt und … einfach gemacht.

 

Lass mich Dir sagen, dass Du beruhigt sein kannst. Die kommenden Jahre werden besonders für Dich werden. Du wirst total aus dem Häuschen sein, vor Glück weinen, jubeln, erzählen und inspirieren. Du wirst aber auch weinen, frustriert sein, kämpfen, überzeugen müssen und Dich auch rechtfertigen.

 

Auch wenn ich heute noch immer nicht weiß, was die Zukunft bringen wird, bin ich davon überzeugt, dass jeder seinen Weg zu einem großen Maße beeinflussen und in Notfällen den Kurs korrigieren kann. 

 

All die Arbeit und Hartnäckigkeit wird sich auszahlen. Umstände und Menschen werden Dein Leben verändern und plötzlich wirst Du wissen, dass es möglich ist, Träume in die Realität umzusetzen. Doris, lass mich Dir mit Abstand nun sagen, dass Du Großes in Deinem Leben geleistet hast, denn jeder kleine Schritt, den Du trotz aller Widerstände gegangen bist, hat Dich einen Schritt näher zu dem gebracht, was Dich glücklich macht. Ich will Dir sagen, dass ich richtig stolz auf Dich bin.

 

Du hast geschafft, das Drehbuch Deines Lebens umzuschreiben, es selbst in die Hand zu nehmen. Und es hat Dir gut getan. Du hast viel erreicht aber auch viel riskiert. Du bist Rückschritte gegangen und hast auf den Tisch gehauen. Du hast gelernt für Deine Bedürfnisse einzustehen und es hat Dir richtig gut getan.

 

Am Anfang war Deine Vision alles, was Du hattest. Du hattest keine Ahnung vom eigenen Business und Du hattest keine Ahnung, wie Du bestehen solltest. Doch nun hast Du Dich durchgeboxt. Mit Fingerspitzengefühl, aber auch mit Ellenbogen, hast Du das erreicht, wovon viele noch träumen: Du hast den ersten Schritt gemacht.

 

Behalte den Glanz der Dich ausmacht.

Ich liebe Dich!

Doris

 

Dieser Brief ist ein Brief, den ich an mein 20-Jähriges Ich geschrieben habe. Ich habe mir diesen Zeitpunkt ausgewählt, da ich mit 20 Jahren noch sehr wackelig und ohne Perspektive mein Leben gelebt habe. Ich habe ihn hier veröffentlicht, weil ich mich zum einen immer wieder frage, wer und wo ich in fünf Jahren sein werde und zum anderen, weil solche Geschichten Mrs Globalicious ausmachen und ich es als wichtig empfinde, sich einmal die Zeit zu nehmen, um über das nachzudenken, was man schon alles in seinem Leben erreicht hat.

 

 

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Gründerin/ Bloggerin / Autorin bei Mrs Globalicious
Doris ist die Autorin und Seele des Mrs Globalicious Online-Magazins. Als Journalistin und Autorin schreibt über ihre Lebenserfahrungen und erlangte Sichtweisen, die sie in verschiedenen Ländern und Lebenssituationen gewonnen hat. Mit ihrem ausgeprägten USA-Faible liebt sie es zu reisen - auch an Orte die nichts mit Burgern und Superbowl zu tun haben. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund wenn es darauf ankommt und beschäftigt sich leidenschaftlich gerne mit den Facetten des Lebens und Problemchen, für die es (nicht immer) eine Lösung gibt.
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6 Gedanken zu „„Ich will, dass du weisst, dass ich stolz auf dich bin“ – Ein Brief an mein 20-jähriges Ich …

  1. Schön und herzerwärmender Brief, der anregt an sich selbst zu glauben und sich selbst mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten… vielen Dank für diesen kleinen Stupser, den wir sicherlich alle zwischendurch mal gebrauchen können 🙂
    Liebe Grüße
    G. | A handful of literature

  2. Sehr schön geschrieben ! Ich glaube ich habe auch mal so einen Brief in der Schule geschrieben, den hab ich aber sicher nicht mehr, vielleicht wird es zeit für einen neuen Brief an mich.

    XoXo Michi XoXO

  3. Nie Einzelgängerin, aber immer Einzelkämpferin – als hättest Du mich beschrieben! Sehr schöner Text. Ich mag deine positive Herangehensweise und hoffe, mir echt noch ne Scheibe von Dir abschneiden zu können. Auch wenn ich die große, „böse“ 3 vorne dran schon ein bisschen überschritten hab.
    Danke für die ehrlichen und mal wieder sehr mutmachenden Worte.

    Lieben Gruß, Julia

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