Hand auf´s Herz ... Gibst du wirklich alles? – Mrs Globalicious

Hand aufs Herz – Gibst du wirklich alles?

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Vor zwei Jahren habe ich ein Fernstudium im Bereich Medienmanagement begonnen. Aus fester Überzeugung, mit dem Bachelor und einem anschließendem Mastertitel irgendwann das große Geld absahnen zu können, war ich anfangs wahnsinnig motiviert. Einmal in der Woche hatte ich online meine Vorlesungen und einzelne Lernmodule, die ich in der ersten Zeit auch super neben meinem Job meistern konnte.

 

Mitten im zweiten Semester habe ich das Studium dann abgebrochen bzw. erst mal auf Eis gelegt. Meine anfängliche Euphorie und meine Überzeugung hielten nicht mehr stand und ich war mir nicht mehr sicher, ob dass das Richtige für mich war. Ich war mir sicher, ich hätte alles dafür gegeben, meinem Job, das Studium und mein Privatleben unter einen Hut zu bekommen. Heute frage ich mich aber ob das wirklich so war.

 

Ich meine, habe ich wirklich die nötige Disziplin an den Tag gelegt, jeden Tag eine Stunde zu lernen? Wenn mich andere fragten, aber klar doch. Wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, nicht wirklich. Die erste Zeit sicherlich, danach wurden die Abstände immer unregelmäßiger. Vorlesungen wurden unter einem Vorwand, den ich mir selbst einredete, versäumt und ich hatte irgendwann auch keine Lust mehr zu lernen.

 

Vor einiger Zeit entschied ich mich dann, meinen Traumberuf als Journalistin und Bloggerin anzugehen. Ich wollte meine eigenen Ideen verwirklichen. Visionen umsetzen. Kreativ sein. Menschen mit meinen Ambitionen erreichen. Inspirationen streuen und mein eigenes kleines Imperium aufbauen. Mit einer Anstellung in einem Verlag hatte es geklappt, aber nun, nach dem ich meinen Job geschmissen habe, frage ich mich, ob ich in der Vergangenheit wirklich alles dafür getan habe, um die Basis für meinen eigenen Weg zu setzen …

 

Manchmal muss ich mich in einem sechs-Augen-Gespräch mit Engelchen und Teufelchen zu Realismus ermahnen und mir eingestehen, dass ich noch nicht alles getan habe, um meine Ziele zu erreichen. Damit meine ich aber nicht die mentale Stärke, die Bereitschaft zum Risiko oder das Selbstvertrauen, dass ich das alles allein bewerkstelligen kann. Ich sehe eher noch viel Arbeit an der organisatorischen Front und an der Lernkurve. Es gibt noch so viele Dinge zu tun. Technisch an der Webseite. Wirtschaftlich in der Umsetzung meiner Dienstleistungen und verdammt, ich wollte endlich noch SEO lernen! Würde ich mir hin und wieder mal gehörig in den Hintern treten, wäre ich sicherlich schon viel weiter, als ich es jetzt bin. Stattdessen liege ich abends deprimiert auf der Couch und schwelge in Selbstmitleid, weil es mir alles viel zu lange dauert und ich wieder mit meiner Ungeduld kämpfe …

 

Seit Monaten habe ich verschiedene Themenideen auf meinem iPad gespeichert – ready um sie mal genauer zu betrachten und das Potenzial für einen 150-Pager ausfindig zu machen. Dieses Thema schiebe ich nun schon seit einiger Zeit hin und her. Gerade mal eine grobe Struktur steht. Abgeschreckt von meiner To-Do Liste, die jeden Tag ins Unermessliche wächst, habe ich manchmal das Gefühl, dass immer mehr Dinge dazu kommen und die abgehakten Dinge einfach nicht aufwiegen. Ich streiche einen Punkt und füge drei hinzu … Das ist echt frustrierend! Mittlerweile investiere ich mehrere Stunden täglich in mein Business und bin nur noch am Schreiben, umsetzen, ausprobieren und testen. Es gibt Tage, da treibt mich mein Perfektionismus in den Wahnsinn und es gibt Tage, da arbeite ich mehr Lahri-Fahri als produktiv.

 

“Don’t be mad about the results you didn’t get from the work you didn’t do.”

 

Erst letztlich habe ich mit meinem Coach über das Gefühl des stockenden Hamsterrades gesprochen. Ihre Reaktion darauf war für mich zum Teil niederschmetternd, aber ich liebe es, wenn sie mir den Spiegel vorhält und die Wahrheit einfach so vor den Latz knallt. Sie darf das. Sie sagte mir, dass alles eben so lange dauert, wie es nötig ist, ich mir aber immer wieder ins Gedächtnis rufen soll, dass es auch von meiner Disziplin und meinen Aktionen abhängig ist. Wie soll denn etwas vorankommen, wenn Dinge aufgeschoben werden oder ich sie nur halbherzig angehe.

 

An dieser Stelle sei nochmals ein erhobener Zeigefinger an mich selbst gerichtet! Es klingelt nun mal keiner an meiner Tür und fragt, wo er den anfangen soll – leider. Ich sollte draußen wohl besser eine Leuchtreklame anbringen …

 

Ich weiß, es ist hart die Komfortzone zu verlassen. So wirklich und vollkommen. Es könnte ja so viel bequemer und schöner sein, nur teilweise oder ganz nach Motivation zu schauen, wie es auf der anderen Seite aussieht. So funktioniert es aber nicht. In der Hinsicht gibt es kein „Schaun wir mal“. Wenn es für etwas gut sein soll, muss da das Komplette her. Mut. Ausdauer. Disziplin. Risikobereitschaft.

 

Trotz aller Angst zu versagen. Trotzdem vielleicht einige Dinge auf Dich zukommen werden, die Dir ungemütlich erscheinen. Wie zum Beispiel die brennenden Muskeln oder der Muskelkater beim Sport während Du versuchst, Dir Deinen Bikinibody zurückzuerobern, die Nachtschichten vor dem Laptop um Deine eigene Webseite auf Vordermann zu bringen oder die Kaltakquise von ersten Kunden, Partnern oder Investoren, von der Du noch keinen blassen Schimmer hast. Ich im Übrigen auch nicht.

 

Es gab in meinem Leben bisher wirklich wenige Momente, in denen ich mich so stark für eine Sache begeistern konnte, dass ich alles dafür geopfert hätte. Im Moment lebe ich gerade inmitten so eines Projektes. Auch wenn ich manchmal etwas Disziplinschwankungen habe, weiß ich jedoch, warum ich es tue und dass mich nichts in der Welt von diesem Plan abbringen wird. Ich habe wirklich ein super Gefühl und ich bin überzeugt davon, dass das alles hinhauen wird. Jedoch habe ich es selbst in der Hand, wie schnell ich vorankomme. Und das ist ja auch schon mal was.

 

Jetzt mal Hand aufs Herz – wie sehr bemühst Du Dich Dinge zu erreichen, die Du unbedingt haben möchtest? Gibst Du wirklich alles? Riskierst Du vielleicht auch etwas oder probierst Du es lediglich ein bis zweimal, und wenn dann kein gewünschtes Ergebnis kommt, lehnst Du Dich zurück und trichterst Dir ein „immerhin habe ich es versucht“ oder „dann soll es eben nicht sein“? Schreib es in die Kommentare!

 

 

 

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Gründerin/ Bloggerin / Autorin bei Mrs Globalicious
Doris ist die Autorin und Seele des Mrs Globalicious Online-Magazins. Als Journalistin und Autorin schreibt über ihre Lebenserfahrungen und erlangte Sichtweisen, die sie in verschiedenen Ländern und Lebenssituationen gewonnen hat. Mit ihrem ausgeprägten USA-Faible liebt sie es zu reisen - auch an Orte die nichts mit Burgern und Superbowl zu tun haben. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund wenn es darauf ankommt und beschäftigt sich leidenschaftlich gerne mit den Facetten des Lebens und Problemchen, für die es (nicht immer) eine Lösung gibt.
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4 Gedanken zu „Hand aufs Herz – Gibst du wirklich alles?

  1. Hallo Doris,
    was mir persönlich sehr geholfen hat, mir 3 Top Themen für die Woche zu geben. Das können auch sehr kleine Ziele sein. Aber die muss ich erledigen. Meine To-Do Liste wird auch jede Woche größer – durch Lehrgänge, die ich mache. Aber ich kann ja auch nicht hexen. Und ich sage mir auch immer, wenn ich jeden Tag konsequent etwas mache, dann werde ich mein Ziel irgendwann erreichen.
    Zur Zeit habe ich extrem Probleme mit meiner Technik. Was mich echt nach hinten wirft. Das kostet mich so viel Zeit. Aber ich weiß, dass ich das irgendwann schaffe.
    Vielleicht probierst Du es ja auch jeden Tag mit einer MIT (Most important task) und die versuchst Du als allererstes am Tag zu machen. Das gute daran ist, wenn ich das mache mit den 3 Topics die Woche, dass ich zufrieden mit mir bin, wenn ich das erledigt bekomme. Bin leider so gewesen, dass ich mir zuviel vornehme die Woche und dann unzufrieden mit mir bin, falls mal etwas dazwischen kommt.
    Alles Liebe
    Gaby

  2. Hallo Doris,
    manchmal erwische ich mich dabei, dass ich sogar versuche mehr in einen Tag rein zu bekommen als möglich ist, nur um mein Ziel zu erreichen. Das kann mir auch schon einmal im Weg stehen. Ich denke wir erwarten manchmal einfach zu viel in einer zu kurzen Zeit. Vielleicht sollte man doch einiges einfach auf sich zu kommen lassen. Dann geht es einem doch gleich viel leichter von der Hand. Wahrscheinlich haben wir auch oft sehr hohe Erwartungen an uns selbst. Ich erwische mich oft dabei, immer noch ein Stückchen mehr von mir zu erwarten, als es vielleicht manchmal gut wäre. Aber ich denke das ist ganz normal. 🙂

  3. Ich leide darunter, ständig neue Ideen zu haben und nicht genug Zeit, sie alle umzusetzen. Klingt nach einem Luxusproblem, belastet mich aber deshalb, weil mir alles immer viel zu langsam geht… Ich bin ungeduldig. Und dann packt mich manchmal die Unlust, irgendetwas anzugehen… Ich lasse mich zu oft leiten von dem auf was ich gerade im Moment Lust habe, als einen konkreten Plan wirklich zu verfolgen, bzw. ihn erstmal aufzustellen und ihm dann nach Wichtigkeit und nicht nach Lust nachzugehen…. Die Struktur meines Blogs leidet leider darunter….

    1. Hallo liebe Alexandra,

      hätten wir nicht alle gerne 48-Stunden-Tage? 🙂 Mit diesem „Luxusproblem“ stehst du überhaupt und ganz und gar nicht alleine da. Das Problem ist eben, dass wir uns selbst viel zu viel auf den Teller laden und dann mit der großen Masse an Aufgaben nicht klarkommen. Oft wird dann einfach gar nichts gemacht. Lerne dir jeden Tag kleine Ziele zu setzen, stelle eine extra To-Do Liste auf, welche lediglich 2-3 Punkte enthält und realistisch umsetzbar sind für den Tag. Dann kommst du auch voran.

      Ich empfehle dir dazu auch folgenden Beitrag zu lesen. Der befasst sich mit deinem „Luxusproblem“ :-).

      http://mrsglobalicious.com/lahmarschig/

      Alles Liebe!

      Doris

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