EXIT-STRATEGIE – So kündigst du deinen Job - like a (Girl) Boss – Mrs Globalicious

EXIT-STRATEGIE – So kündigst du deinen Job – Like a (Girl) Boss

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Im Leben geht es immer um den richtigen Zeitpunkt. Der richtige Zeitpunkt zum studieren, zum Kinder machen, zur Diät, zum Sport, zum Urlaub, zur Beförderung …. aber auch der richtige Zeitpunkt zur Kündigung. Das ganze Leben baut sich auf Timing auf.

 

Wer sich mit dem Thema Female Entrepreneurship beschäftigt, der wird sich früher oder später auch mit dem Gedanken der Kündigung und damit der Lösung aus einer der wichtigsten Sicherheitsnetze beschäftigen müssen. Ein Job ist heute so viel mehr als nur eine Einkommensquelle: Ein Job ist der Zugang zur Zivilisation, zum Socialising, hilft gegen Vereinsamung und zum Austausch, zur Weiterbildung und zu Lebensperspektiven. Doch was, wenn ich dir sage, dass du das auch allein kannst und du dich für all das gar nicht „prostituieren“ musst?

 

Nein, du musst dich nicht dafür aufopfern, fünf Tage die Woche für komische Menschen zu arbeiten, die deine Arbeit und dein Engagement gar nicht zu schätzen wissen. Du musst nicht horrende Umsätze in die Firma holen und davon nur ein Bruchteil am Ende des Monats auf deinem eigenen Gehaltscheck sehen. Und du musst dich auch nicht durch unsoziale und depressive Stimmung am Arbeitsplatz psychisch so herunterwirtschaften, dass die Probleme anderer zu deinem Problemen werden – nein, dass musst du nun wirklich nicht.

 

Als ich im letzten Jahr meinen Job geschmissen und mich für für meinen Seelenfrieden und meine Selbstverwirklichung entschieden habe, habe ich mir sehr intensiv Gedanken dazu gemacht, wie und woran ich merke, wann der richtige Zeitpunkt ist, um meinen Job an den Nagel zu hängen, ohne dabei komplett zugrunde zu gehen und Chaos in meinem Leben zu verursachen. Ich war zwar bewusst, dass meine Entscheidung niemanden sonst zu kümmern hatte, aber letztendlich wollte ich trotzdem einen sauberen Abgang machen. Mir hat immer sehr viel daran gelegen, mit Menschen im Reinen auseinanderzugehen – man sieht sich schliesslich immer zweimal im Leben.

 

Wenn auch du derzeit mit dem Gedanken spielst, wann und wie du dich am besten aus deinem Job lösen kannst ohne dich total in den Ruin zu stürzen, dann hilft dir unter Umständen vielleicht folgende Exit-Strategie, die sich durchaus schon bewährt hat.

 

Treffe eine Entscheidung und meine es auch so

Wenn du dich einmal dazu entschieden hast, in deinem Leben einen neuen Weg einzuschlagen und dich aus deiner Komfortzone zu lösen, dann solltest du es auch wirklich so meinen. Weisst du, der Unterschied von den erfolglosen zu den erfolgreichen (egal in welcher Hinsicht) liegt im Grunde darin, dass sie ihre Entscheidungen ernst nehmen und alles daran setzen, die gesetzten Ziele auch zu erreichen. Das bedeutet vorallendingen, dass du auch stark bleibst, wenn es schwierig wird oder es hin und wieder so aussieht, als würdest du deine Ziele nicht erreichen können.

 

Für deine Job-Exit-Strategie bedeutet dies, dass du dich bewusst und mit Bedacht für eine Kündigung entscheiden solltest. Willst du wirklich gehen? Warum? Wieso? Weshalb? Fälle diese Entscheidung nie aus einer Laune heraus und überlege mit Bedacht, was dich derzeit zu deinem Wunsch der Kündigung verleitet. Ist es ein langwieriges Problem? Sehnsucht nach Freiheit und Unabhängigkeit? Oder willst du ganz einfach etwas neues ausprobieren? Egal, was deine Beweggründe sind, solltest du dich einmal entschieden haben, dann bleibe stark und fokussiert, ansonsten verbringst du mehr Zeit damit im Teufelskreis zu rennen, als wirklich produktiv daran zu arbeiten.

 

Entscheide dich, was nach deiner Kündigung kommen soll

Ich würde nie jemandem explizit zur einer Kündigung raten, das steht mir, als jemand der dich nicht kennt, auch gar nicht zu. Allerdings bin ich die erste die die Hand hebt, wenn es darum geht, dass man einen groben Plan davon haben sollte, was danach kommen soll. Einfach so zu kündigen ohne zu wissen, wie man die kommenden Monate überleben wird und was die Pläne für die Zukunft sind, ist äusserst schwierig (wenn nicht sogar etwas dämlich). Alle Start-Up Newcomer die ich kenne, hatten einen Masterplan in der Hand und wussten genau was sie nach ihrer Kündigung angehen wollten. Der Masterplan muss nicht perfekt und voll ausgefeilt sein, aber man sollte zumindest eine Idee davon haben, wie es weitergehen soll. Die Feinheiten entstehen immer dann, wenn man daran arbeitet.

 

Setze dir ein Exit-Datum

Deadlines sind die besten Freunde, wenn es darum geht fokussiert an Ziele heranzugehen. Willst du kündigen und dein eigenes Ding machen? Dann setze einen Termin auf den du hinarbeitest. Eine liebe Mentoring-Klientin von mir hat beispielsweise ihre Kündigung bzw. ihren Wunschaufhebungsvertrag schon vorgeschrieben und sich somit einen Ansporn und ein Ziel gesetzt. Wenn du planst, die Firma in den nächsten Monaten zu verlassen, dann mache dir auch durchaus Gedanken darum, was du noch alles brauchst und organisieren musst um den entscheidenden Schritt zu machen.

 

Checke deine Fixkosten und deinen Lebensunterhalt

Wir alle haben uns Dinge über die Jahre zugelegt, die wir bei näherem Betrachten wieder in die Tonne treten können, wenn wir ehrlich sind. Netflix-Account? Fitnessstudio-Abo? Zeitschriften-Abos für Magazine? Anyone?

 

Sobald du dich nun von deiner fixen Einnahmequelle (deinem Fulltime-Job) verabschiedest, wirst du in der ersten Zeit sehr schnell merken, dass es auf jeden Cent ankommt. Und ja, Kleinvieh macht auch Mist! 12 Euro hier, 8 Euro da, 30 Euro hier, … da rappelt sich so einiges zusammen. Checke auch nochmal deine Versicherungen und deine Handyverträge. Für gewöhnlich ändern sich alle paar Monate die Konditionen und die Wahrscheinlichkeit ist gar nicht so klein, dass du vielleicht einen besseren und günstigeren Deal machen kannst.

 

Beginne zu sparen

Wenn du das bisher noch nicht getan hast, ist jetzt ein guter Zeitpunkt um damit anzufangen. In der Regel empfiehlt man Newcomern, sich ein finanzielles Puffer anzusparen, dass einem erlaubt, für sechs bis zwölf Monate die Lebenshaltungskosten zu überbrücken, ohne in dieser Zeit Einnahmen zu erzielen. Das kannst du mit Nebenjobs am Wochenende tun oder indem du überflüssigen Hausstand verkaufst, den du nicht mehr brauchst.

 

Erzähle anderen von deinen Plänen

Dieser Punkt hilft dir, dass zu verinnerlichen und zu leben was du vorhast. Als ich im letzten Jahr kurz vor meiner Kündigung stand, habe ich viel mit Freunden und Familie über meinen Plan von Mrs Globalicious gesprochen. Am Anfang war das sicherlich noch sehr befremdlich für viele (für mich übrigens auch), aber umso mehr ich davon erzählt und ihnen damit auch gezeigt habe, dass ich es wirklich ernst meine, umso schneller haben sie sich damit auch auseinandergesetzt und es akzeptiert. Ich im übrigen bin von Zeit zu Zeit selbstbewusster im pitchen meiner Idee geworden.

 

Extrem hilfreich war für mich auch, dass mit jedem Gespräch die ganze Sache immer wieder aus einem anderen Blickwinkel betrachtet wurde. Jedes mal wenn meine Kündigung und Mrs Globalicious aufkam, wurden andere Fragen gestellt, die mich dazu veranlasst haben alle Seiten der Medaille zu betrachten und nicht nur das grosse Ganze „Ich will ein eigenes Magazin“ zu sehen. Plötzlich wurden Themen wie Produktentwicklung, Pressearbeit, Websitegestaltung, Kunden- und Leserbindung, Kooperationen mit Bloggern und Unternehmen, Markenaufbau und vieles mehr beleuchtet. Ich musste mir also intensiv Gedanken machen, wie ich dass alles in Eigenregie aufbauen muss, welche Kompetenzen ich schon habe und was ich noch für die Umsetzung alles lernen muss.

 

Lasse dich auch bitte nicht entmutigen, wenn du nicht gleich auf offene Ohren und Jubelschreie stösst. Es gibt immer noch viele Menschen da draussen, für die das grosse Unbekannte noch eher für Angst und grosse Fragezeichen sorgt, als für Neugierde und positive Vibes. Das ist aber auch nicht wirkliche schlimm, denn im Grunde geht es ja nicht um sie, sondern dass du dich dabei wohl fühlst. Nutze diese Gespräche als Praxistraining indem du deine Idee immer und immer wieder durchkaust, sie in- und auswendig kennst und so auch bereit bist, deinen Miesmachern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Die werden sich nämlich irgendwann ohnehin zu Wort melden. Und je früher du lernst damit umzugehen, umso besser für dein Mindset.

 

 

 

 

Finde die Blockade, die dich gefangen hält

Warum hattest du bisher noch nicht den Mut zu gehen? War es wirklich nur das Geld? Oder vielleicht die Angst einen gleichwertigen Arbeitsplatz nicht mehr zu finden? Existenzängste? Der Einfluss von Partner und Familie? Die fehlende Businessidee? Schulden? Fehlender Mut? Oder dass du wie ein räudiger Hund gescheitert zurückkommen musst?

 

Ich bin ja immer ein Fan davon, genau zu wissen, was man will. Das gleiche gilt auch für deine Exit-Strategie … Um an deinem neuen Leben effektiv zu arbeiten, musst du in der Lage sein, genau zu wissen, was das derzeitige Problem ist, dass dich von der Umsetzung abhält. Dieses muss zuerst angegangen werden. Mit der Lösung dieses Problems, setzt du einen Meilenstein für deine Zukunft in Unabhängigkeit. Mach dir selbst den Weg frei.

 

Bereite dich auf deine Kündigung vor

Vor diesem Gespräch hatte ich den grössten Schiss um ehrlich zu sein. Nicht nur, dass ich letztendlich damit offiziell meinen Abgang bekanntgegeben habe, sondern mich damit auch extremen Druck ausgesetzt habe. Die Zukunft musste nun sitzen. Nach diesem Gespräch habe ich erstmals eine kleine Panikattacke bekommen. Ich dachte mir nur: „Scheisse, was hast du nur getan. Jetzt ist alles gelaufen! Dein Chef weiss nun bescheid und jetzt liegt es an dir in die vollen zu gehen und den Plan erfolgreich umzusetzen“. Es war einfach beängstigend. Aber ich kann dich auch beruhigen, diese Panik hat sich nach circa zwei Stunden in pure Abenteuerlust umgewandelt. Ich hatte den ersten Schritt gemacht, und das war mal richtig cool!

 

Sei also vorbereitet auf das Kündigungsgespräch und auch in den Beweggründen, warum du gehen willst. Gehe auch vielleicht davon aus, dass dein Chef dich gar nicht loshaben will und dir mehr Geld, eine Beförderung oder irgendwas anderes anbietet. Was würdest du tun? Würdest du verzichten? Oder würdest du bleiben? Für mich war damals klar, dass ich nicht wollte, dass mein Chef nach Lösungen sucht. Ich wollte gehen und mein eigenes Ding machen, das habe ich ihm auch verständlich gemacht. Für dieses Selbstbewusstsein im Gespräch hat mir die Vorbereitung sehr geholfen.

 

Schreibe deine Kündigung schon Wochen vorher

Wie ich dir vorhin erzählt habe, habe ich mit einer Klientin gearbeitet, die ihren Wunschaufhebungsvertrag schon lange Zeit vor ihrer Kündigung geschrieben hat. Indem du deine Kündigung schon vorher schreibst und sie präsent platzierst, setzt du dich jeden Tag damit auseinander, wie es wäre, nicht mehr jeden Tag in dieses Büro gehen zu müssen. Wie fühlt sich das für dich an? Ist es aufregend oder eher beängstigend?

 

Und nun, kündige! Tue es einfach!

Einfacher gesagt als getan, richtig? Aber was willst du denn auch anderes machen? Du hast dich nun über Wochen damit beschäftigt, hast dich mit deinen Zukunftsplänen auseinandergesetzt und nun musst du einfach nur den ersten Schritt machen. Sei anders als die anderen, die sich täglich über ihre Unzufriedenheit beschweren und grosse Reden schwingen. Sei stattdessen mutig und setze ein Zeichen, indem du deinem Traum eine faire Chance gibst.

 

Ich weiss, Angst ist eine grosse Begleiterscheinung, aber letztendlich auch nur dein Beifahrer. Ein Beifahrer der ständig plappert, aber niemals dazu berechtigt ist, dir ins Lenkrad zu greifen. Sie kann vielleicht die Musik lauter oder leiser drehen, mal neben dir und mal hinter dir sitzen, sie wird dir aber nie ins Lenkrad greifen. Du entscheidest immernoch allein, in welche Strassen du abbiegst.

 

Nicht zu vergessen, du tust das für dich, für niemanden sonst. Indem du nun eine Entscheidung triffst und tatsächlich kündigst, bist du den Menschen, die nur darüber reden, also um Meilen voraus – denn du handelst!

 

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Gründerin/ Bloggerin / Autorin bei Mrs Globalicious
Doris ist die Autorin und Seele des Mrs Globalicious Online-Magazins. Als Journalistin und Autorin schreibt über ihre Lebenserfahrungen und erlangte Sichtweisen, die sie in verschiedenen Ländern und Lebenssituationen gewonnen hat. Mit ihrem ausgeprägten USA-Faible liebt sie es zu reisen - auch an Orte die nichts mit Burgern und Superbowl zu tun haben. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund wenn es darauf ankommt und beschäftigt sich leidenschaftlich gerne mit den Facetten des Lebens und Problemchen, für die es (nicht immer) eine Lösung gibt.
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3 Gedanken zu „EXIT-STRATEGIE – So kündigst du deinen Job – Like a (Girl) Boss

  1. Bereite Dich auf deine Kündigung vor – hatt‘ ich gemacht! 😀 Und dann war ich doch so nervös und aufgewühlt, dass alles völlig unkoordiniert aus mir herausgesprudelt ist (inklusive Tränchen)… 😀
    Alles in allem kann ich das aber alles so unterschreiben! Danke für den neuen Input; der mir gleichzeitig Bestätigung ist… 🙂 LG und nen festen Drück, Julia

    1. Ach, verdammt, vergessen… „Erzähle anderen von deinen Plänen“ ist meines Erachtens nicht nur aus den von Dir genannten Gründen wichtig, sondern kann zusätzlich auch hinsichtlich der Selbstständigkeit per se eine Hilfestellung sein. Sobald Freunde und Bekannte oder Kollegen von den eigenen Plänen wissen, können sie nämlich so eine Art persönliche Empfehlungsschreiben sein. Kriegen vielleicht mit, wenn irgendwo nach Freiberuflern gesucht wird. Oder ein Freund vom Freund braucht ein Korrektorat. Da kann ein „Hey, ich kenn da jemanden“ schon sehr von Nutzen sein… 🙂

  2. Hallo Doris
    Cooler Artikel! Bin dabei zu sparen, damit ich für mich herausfinden kann, ob das allein arbeiten das Richtige für mich ist. Werde mal probieren für mind. 1 Monat unbezahlten Urlaub zu nehmen.
    Viel Spaß dort wo Du bist.
    Liebe Gruesse
    Gaby

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