Einfach mal durchatmen ... – Mrs Globalicious

Einfach mal… durchatmen…

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Es wird mal wieder Zeit die Hosen herunterzulassen. Und es wird Zeit sich selbst einzugestehen, dass man nicht der Messias ist und alles problemlos alleine lösen kann. Es wird auch Zeit, sich mal wieder vor Augen zu führen, dass der Tag nur 24 Stunden hat und dass Ziele, die man sich vorgenommen hat, Zeit zu Umsetzung brauchen. Umso größer das Ziel, umso mehr Zeit braucht es.

 

Im Moment fühle ich mich wie ein Hochleistungssportler. Ich versuche an allen Ecken und Enden die Lücken zu stopfen und am Ende des Tages – oder irgendwann mitten in der Nacht – falle ich Tod ins Bett. Manchmal kommt es mir so vor, als gebe mein Körper erst dann nach, wenn mein Kopf vollkommen ausgelaugt, gerädert und das Energielevel gen null gesunken ist. Wenn mich jemand die letzte Woche beobachtet hätte, hätte ich ihm gegenüber wohl sehr stark den Eindruck gemacht, als ob ich dem Laptop hörig geworden wäre und Tag und Nacht an nichts mehr anderes denken könne, als an Facebook, WordPress, Webinars und nicht zuletzt an mein Buch. Ich benahm mich wie ein Game-Freak, der sich für mehrere Tage mit ein paar Red Bull-Dosen in seinem Zimmer einsperrt und WOW zockt. Ich klebte nahezu am Bildschirm um meine Artikel zu schreiben, meine Social Media Kanäle zu verwalten, nebenbei mich mit Webinars, Kursen und Büchern weiterzubilden und alles termingerecht unter einen Hut zu bekommen. Es war krank. Die vergangene Woche war einfach nur krank.

 

Kurzfristig habe ich mich dafür gehasst, dass ich mir selbst diesen extremen Druck aufgehalst habe. Die ganzen Projekte, die teilweise bis Ende des Jahres umgesetzt werden wollen und die Masse an täglichen Aufgaben, die im mir-nichts-dir-nichts auf den Tisch flattern, als hätte ich neben den anderen 1 Millionen Dingen ja sonst nichts zu tun, haben mich aufgefressen.

 

Ich tue mein bestes, dafür bin ich viel zu sehr Perfektionist, aber ich fürchte, in dieser Woche hatte ich den Punkt verpasst, eine Pause einzulegen, zu reflektieren und mir einfach mal selbst eine Auszeit zu gönnen.

 

Ich stehe morgens zwischen 9 und 10 Uhr auf, mache mich frisch und gehe mit Ronja eine Runde um den Block. Sie ist wohl der einzige plausible Grund, der es bisher rechtfertigte, den Laptop zu verlassen. Immerhin, ich bin froh, dass ich einen Hund habe, der mich noch aus dem Haus bekommt. Ansonsten würde ich vermutlich den ganzen Tag am Laptop meiner Arbeit nachgehen.

 

Mein Partner witzelte vor Kurzem noch, ob er mit mir einen Termin vereinbaren müsse, um mit mir Zeit verbringen zu können. Für ihn war das ein Spaß, mir öffnete es die Augen.

 

Seitdem ich mir das Ziel dieses Online-Magazins gesetzt habe, habe ich mich für die Umsetzung aufgeopfert, ich habe alles in Eigenregie aufgesetzt, verwaltet und mich dafür eingesetzt, dass mein Publikum erfährt, dass es mich und das Magazin gibt. Ich habe alles um mich vergessen, vieles auf die hinteren Ränge verbannt und manche Dinge sogar ad acta gelegt. Ich wusste, ich musste Prioritäten setzen, also habe ich es getan. Doch ehrlich gesagt, bei der Flut an Arbeit, die auf einen zukommt, vergisst man ziemlich schnell das Umfeld und die Liebsten, die neben einem noch existieren. Mal will sie nicht verbannen, aber die Arbeit muss doch gemacht werden.

 

Am Freitag war dann der Moment gekommen, an dem ich mit mir sehr stark ins Gericht ging. Ich hielt mir selbst eine Standpauke vom feinsten. Es durfte einfach nicht sein, dass ich mich trotz dieses großen Traumes von der Selbstständigkeit total von der Außenwelt abschottete. Nicht nur, dass mir die langen Arbeitszeiten irgendwann auf die Gesundheit schlagen würden, sondern auch dass meine Beziehungen zu Menschen die mir lieb waren, früher oder später drunter leiden würden.

 

Also beschloss ich entgegen der „selbst und ständig“-Manier, dieses Wochenende einfach mal fünfe gerade sein zu lassen und das Wochenende entspannt zu genießen. Und wenn es nur darum ging, mal wieder mit gutem Gewissen lange zu schlafen und nicht wieder besorgt darüber zu sein, Stunden mit nichts tun verschwendet zu haben.

 

Ich machte ausgiebige Spaziergänge, ging mit viel Zeit ins Einkaufszentrum und genoss die Sonne im Garten – und es tat richtig gut. Ich bin zwei Monate vor der geplanten Veröffentlichung meines Buches und ich bin noch lange nicht fertig, aber diese Auszeit machte mir wieder klar, dass ich ausgebrannt nicht zum Ziel kommen würde.

 

Das Leben besteht aus purer Balance und man sollte sich auch bei großen To-do-Listen Zeit zum Entspannen gönnen. Ich möchte Dinge tun, die ich liebe und nicht Dinge, die mich in den Wahnsinn treiben. Ich möchte Dinge tun, die mich und andere Menschen zum Nachdenken bewegen und nicht nur abliefern, weil es der Wochentag voraussagt.

 

Ich habe wieder zu mir selbst gefunden und mir zukünftig versprochen mir wieder mehr Raum zum Atmen zu geben, Dinge strukturiert und mit Zeit anzugehen. Außerdem habe ich mich wieder daran erinnert, dass es keine Rolle spielt, als Erster durchs Ziel zu gehen, sondern mit welchem Gefühl ich es tue.

 

Wie achtest Du auf Deine innere Balance zwischen Privatleben und Beruf? 

 

 

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Gründerin/ Bloggerin / Autorin bei Mrs Globalicious
Doris ist die Autorin und Seele des Mrs Globalicious Online-Magazins. Als Journalistin und Autorin schreibt über ihre Lebenserfahrungen und erlangte Sichtweisen, die sie in verschiedenen Ländern und Lebenssituationen gewonnen hat. Mit ihrem ausgeprägten USA-Faible liebt sie es zu reisen - auch an Orte die nichts mit Burgern und Superbowl zu tun haben. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund wenn es darauf ankommt und beschäftigt sich leidenschaftlich gerne mit den Facetten des Lebens und Problemchen, für die es (nicht immer) eine Lösung gibt.
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5 Gedanken zu „Einfach mal… durchatmen…

  1. Hallo,

    ein richtig toller Beitrag! Genau das habe ich gerade mal gebraucht. Ich kenne das Gefühl zu gut. Alles erledigen zu wollen, am besten gleich und noch dazu perfekt. Da vergisst man die wichtigen Pausen leider oft ganz schnell.
    Danke, dass du mich heute an meine Pause erinnert hast. Und generell ein großes Kompliment für den Blog! Gefällt mir richtig gut. 🙂

    Liebste Grüße
    Anabelle

  2. Danke liebe Doris, ich weiß genau wovon du sprichst.
    Als ich im Sommer angefangen habe mich selbstständig zu machen, habe ich mich manchmal gefragt: „So Sophie, und was ist jetzt der Unterschied zu deinem 9to5-Job im Büro??? Da hattest du wenigstens noch soziale Kontakte“. Meine Tage wurden schnell wieder ziemlich eintönig.

    Ich kann mich auch einfach nicht entspannen, weil ich so viele Dinge im Kopf habe, die ich noch umsetzen will(!), weil ich voller Tatendrang bin. Das gipfelte darin, dass ich letzte Woche mit iPad am Strand saß. Sowas blödes… Gerade übe ich mich darin, mir selbst ein bisschen weniger Druck zu machen und mir gezielt Zeit zum Entspannen einzuräumen, in der tatsächlich nur entspannt wird. Aber gerade wenn man mit viel Herz bei der Sache ist, ist das gar nicht so leicht.

    Letztendlich wissen wir aber genau wofür wir das ganze machen: Für unsere Träume und Visionen. Früher haben wir unendlich viel Lebenszeit im Büro oder sonstwo verschwendet und sind unseren eigenen Träumen keinen Schritt näher gekommen. Das was wir jetzt tun ist ein Investment, es ist nachhaltig. Und das versuche ich mir jede Tag wieder zu sagen. jede Minute am PC ist ein weiterer kleiner Schritt in die richtige Richtung 🙂

    Ganz liebe Grüße

    Sophie

    1. Ich hätte es nicht besser sagen können, liebe Sophie. Du hast es auf den Punkt gebracht. Toll, dass du für dich auch erkannt hast, das Prioritäten zwar auch eine Menge Arbeit bedeuten, aber das sie eine, die richtige, Invention in sich selbst ist.

      Viel Glück auf deinem weiteren Weg!

      Liebe Grüsse!

  3. Das Durchatmen vergesse ich leider auch viel zu oft. Dein Artikel kam gerade im richtigen Moment, wobei – ich habe ihn genau zum richtigen Moment entdeckt (kleiner, aber feiner Unterschied. Hihi).
    Daraufhin habe ich wieder einen Papierplaner eingeführt, weil ich die Onlineplanung irgendwann ignoriert habe, sodass es mir jetzt wieder leichter fällt, meine To-Dos im Blick zu behalten. Mir persönlich hilft das, meinen „selb-ständigen“ Arbeitstag balancierter zu gestalten.
    Lieben Dank für Deinen Beitrag,
    Kari

    1. Liebe Kari,

      das kenne ich nur zu gut. Ich kann mit einer handgeschriebenen To-Do Liste auch viel besser arbeiten, denn wie auch bei dir, hat die Onlineversion irgendwann an Bedeutung und Präsenz verloren.

      Liebe Grüsse,

      Doris

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