Dreaming Big – Mrs Globalicious

Und dann war da dieser Traum von Hollywood – wie dieses „Dreaming Big“ wirklich funktioniert

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Es ist Herbst, ich sitze mit zwei gepackten Koffern und einer Hundebox am Frankfurter Flughafen. Mir geht ordentlich die Düse. Ich habe keine Angst vor diesem Schritt, aber grossen Respekt. Ich frage mich tatsächlich, ob ich auch alles wirklich gut durchdacht habe. In den nächsten Monaten wird’s heiss her gehen, das ist sicher.

 

Ich sehe meinen Neuanfang in Los Angeles unter einem guten Stern. Es fühlt sich richtig an und ich weiss, dass ich dort glücklicher sein kann, als ich es in der Schweiz oder in Deutschland in den letzten Jahren jemals sein konnte. Ich weiss es einfach, meine Intuition verrät es mir. Das muss für den jetzigen Zeitpunkt auch einfach reichen, denn eine Garantie dafür habe ich nicht.

 

Circa 4000 Euro habe ich an Budget für meinen Neuanfang zur Verfügung. Jeder, dem ich das unter die Nase binden würde, würde mich für komplett bescheuert erklären. „4000 Euro für ein neues Leben in einer der teuersten Städte die man sich so aussuchen kann? Das kann doch nicht gut gehen!“.

 

Ja, entgegen aller Tipps und Ratschläge habe ich es tatsächlich gewagt mich ohne grosses finanzielles Polster ins Abenteuer zu stützen. „Du brauchst mindestens 10 000 Euro auf der hohen Kante und du solltest für´s erste Jahr gut abgedeckt sein. Wenn du das nicht hast, dann hast du keine Chance“. Na das werden wir schon sehen, dachte ich mir.

 

Ich gebe nicht mehr so viel auf weisen Ratschläge anderer

Besonders dann nicht, wenn sie mir sagen, dass ich keine Chance hätte, wenn ich es anders machen würde, als sie es mir effektiv raten. Ich lasse zweite Meinungen auch wirklich nur zweite Meinungen sein.

 

Ehrlich gesagt habe ich aber auch einfach keine Lust zu warten bis der Moment perfekt ist, bis das Budget passt oder bis ich mich ins gemachte Nest setzen kann. Ich will einfach nicht warten bis alles perfekt ist. Für mich ist es perfekt, wenn ich bereit bin es einfach zu tun. Der Rest wird sich schon irgendwie fügen.

 

 

Jetzt sitze ich also hier in der Wartehalle, in 30 Minuten geht’s mit dem Boarding los. Ronja habe ich bereits am Schalter abgeben, sie ist zu gross um in der Kabine mitzufliegen, muss deshalb in den Frachtraum. Mir kommen jedesmal die Tränen wenn ich daran denke. Sie tut mir so leid und ich hoffe einfach, dass sie das alles gut überstehen wird. Sie ist zwar sehr robust aber doch auch sehr sensibel, sie ist wie ich. Harte Schale, weicher Kern. Es hat mir das Herz gebrochen, als ich gesehen habe wie sie weggekarrt wurde, wie ein Gepäckstück…

 

„Es wird alles gut werden“, versuche ich mich selbst zu beruhigen. Aufgeregt pule ich an meinen Fingernägeln herum, versuche mich abzulenken. Teils funktioniert es, teils breche ich wieder in Tränen aus mit jedem Gedanken, den ich an Ronja aber auch an meine Zukunft und die Vergangenheit richte. Mein Leben hat sich so krass verändert in den letzten Monaten, das wird mir jetzt erst so richtig klar. Und das erste mal sein langer Zeit spüre ich wirklich so etwas wie puren Stolz, ich bin stolz auf mich und meine Taten. 

 

Es wird tough, das weiss ich, aber ich bin stark, ich weiss was ich will und ich werde das alles schon irgendwie schaukeln – das habe ich zumindest meinen Eltern gesagt, bevor ich gegangen bin. Das mein Plan vielleicht doch nicht so ausgefeilt ist, wie ich immer vorgegeben habe, habe ich natürlich so nicht erwähnt.

 

Ich bin definitiv kein naives Kind. Ich weiss worauf ich mich einlasse, weiss aber auch, dass ich nicht alles zu Tode planen kann. Die Vergangenheit hat mich gelehrt, Dinge auch einfach mal dem Schicksal zu überlassen und zu hoffen das alles gut werden wird. Für manche mag das naiv klingen, ich sehe aber keine andere Chance für mich um endlich das zu erreichen, wovon ich schon so lange träume.

 

Immer wieder gehe ich meinen „Masterplan“ durch, denke daran was ich in LA alles reissen möchte und könnte. Ich werde definitiv alles daran setzen, dass das sitzt und das meine geplanten Projekte so richtig Feuer im Hintern bekommen.

 

Verlasse dich nicht auf andere, sonst bist du verlassen

Fünf Monate sind nun seither vergangen. Mittlerweile hatte ich ein paar Momente der Panik, manchmal etwas Bauchschmerzen, denn mein Traum von Hollywood, mein Traum vom grossen Ganzen, hat sich in der Tat als grosse Herausforderung herausgestellt. Vieles hat sich verändert, natürlich ist nicht alles nach Plan gelaufen und mir wurden die Augen noch etwas mehr geöffnet.

 

Es hat sich beispielsweise herausgestellt, dass mich mein Journalistenvisum in meiner Arbeit doch relativ einschränkt und das ich mich wohl doch zu sehr auf andere verlassen habe. Es hat sich herausgestellt, dass sich manche Mandate, die ich mir vorher als US-Korrespondentin gesichert habe als Flop erwiesen haben und das mir damit auch wichtige Klienten abgesprungen sind, die mir auch finanziell die Waage gehalten hätten.

 

Nun, es wäre nun einfach zu sagen, suche dir einfach neue Klienten, neue Mandate oder fange an dich für neue Korrespondenz-Jobs zu bewerben. Könnte ich, klar, das ist aber nicht so einfach, denn mein Visum verbietet es mir für amerikanische Firmen zu arbeiten. Das schränkt mich natürlich extrem ein und stellt mich auf eine harte Probe. Für mich heisst das im Klartext: verlasse dich nicht auf andere, sonst bist du verlassen.

 

Was ist nun aus meinem grossen Traum geworden?

Groß ist er definitiv immer noch und das Schicksal hat mich mit all diesen Umständen nochmals dazu gezwungen, mich auf meinen Hosenboden zu setzen und meine Pläne nochmals konzentrierter durchzudenken. Volle Konzentration nun also auf meinen Verlag und die Dinge, die ich produziere. Volle Konzentration auf die Dinge, die ich langfristig für mein Business im Auge hatte. Nun muss ich sie eben vorziehen und gleich alles geben um meinen Traum von Hollywood nicht sterben zu lassen, anstatt mich auf externe Projekte und Gefallen für Dritte zu konzentrieren. Ich kann es mir einfach nicht leisten mich von anderen so abhängig zu machen. Das kann mich unter Umständen nicht nur das Visum kosten.

 

Ein Gutes, wenn nicht sogar das beste überhaupt, hat mir dieser Umstand jedoch mal wieder gezeigt: er hat mich nicht in meiner Komfortzone verharren lassen, schliesslich wäre es ein einfaches gewesen, auf Korrespondenz-Aufträge zu warten und mich damit etwas zurückzulehnen.

 

Der amerikanische Traum funktioniert aber eben anders.

 

„Los Angeles gibt dir alles, wenn du bereit bist deine Hausaufgaben zu machen“, das hatte mir in den ersten Wochen ein Amerikaner ans Herz gelegt. „Ruhe dich niemals auf dem aus was du hast, erfinde dich neu und habe Mut die Dinge zu tun, sie sonst keiner tun würde. Los Angeles ist einfach perfekt dafür, denn hier gibt es lauter schräge Gestalten“. Wer er sich hier bequem macht, sich auf die funktionierenden Dinge verlässt und sich nicht weiterentwickelt, der würde den Zeitpunkt verpassen nach vorne zu schiessen. Der Traum rückt also in die Ferne.

 

Und je mehr der Traum in die Ferne rückt, umso mehr verschwimmt der Masterplan mit seinen einzelnen Schritten. Alles wird von Tag zu Tag, von Woche zu Woche verschwommener und man verliert seinen Blick für das eigentliche Ziel. Man macht es sich bequem, gibt sich für den Moment zufrieden was man hat. Wir sind uns damit aber auch immer weniger sicher in unserem Tun, also in unserem eigentlichen Vorhaben, unseren Traum von Selbstverwirklichung. Wir wissen nicht mehr, wie wir an unser angestrebtes Ziel kommen.

 

Je unsicherer wir wiederum mit unserem Handeln werden, umso weniger Schritte unternehmen wir – was unseren Traum wiederum immer mehr in die Ferne rücken lässt. Ja, es ist ein Teufelskreis. Das Gute ist jedoch, es gibt einen Weg heraus.

 

Große Träume sind in den seltensten Fällen eine Sache von einem einzigen Schritt. Wer glaubt er kommt nach Hollywood und findet einen gedeckten Tisch und haufenweise Menschen vor, die Schlange stehen um ihre Portion von Ruhm und Wohlstand abzugeben, der irrt sich gewaltig. Erfolg ist eine Sache von Geduld, von harter Arbeit und Ausdauer. Viele Monate an intensiver Praxis stehen im Vorfeld an, bevor man die Lorbeeren wirklich ernten kann.

 

 

„Magic happens when you leave your Comfortzone“

Nun hätte ich meinen Traum von einem neuen Leben in Los Angeles schon ein paar mal als gescheitert ansehen können. Aber das bin ich einfach nicht, das war ich noch nie. Mein Werdegang hier ist mein Marathon und jede Herausforderung ist ein Etappenziel. Alles was ich tun musste, war mich aus meiner Komfortzone zu bewegen, Entscheidungen zu treffen, manchmal auch Risiken einzugehen.

 

Doch bevor das alles funktionieren konnte, musste ich mich erstmal daran erinnern, was ich eigentlich hier wollte, mein grosses Warum immer und immer wieder vor Augen halten. Was hatte mich genau dazu bewogen nach Los Angeles zu kommen? Was wollte ich hier erreichen, was ich woanders nicht hätte erreichen können? Ich musste dafür sorgen, dass dieser Funke, der mich damals ins Flugzeug getrieben hatte, wieder zu leuchten anfing. Er war in meinen Down-Zeiten zwar immer da, aber eher als kleines und dimmendes Licht anstatt als grosses Feuer, das zuvor in mir noch so heftig gebrannt hatte.

 

Der nächste Schritt war es, mein grosses Ziel in Meilensteine herunter zu brechen, dafür zu sorgen, dass sie mir regelmässig Erfolgserlebnisse einbrachten und messbar waren. Ich musste wieder wissen, was ich genau zu tun bzw. erreichen hatte. Wie ich das umsetzen würde, das würde ich auf meinem Weg dorthin herausfinden.

 

Große Träume erfordern, dass man sich unwohl fühlt, schliesslich tun wir dann Dinge, die wir vorher so noch nie getan haben. Wir sprechen mit Menschen, die wir nicht kennen, die manchmal einschüchternd, manchmal herausfordernd aber auch motivierend auf uns wirken. Wir begeben uns auf komplett neues Terrain und müssen uns plötzlich mit Dingen auseinandersetzen, die alles von uns abverlangen. Wir müssen Beziehungen aufbauen, überzeugen und zu 100 Prozent hinter unseren Entscheidungen stehen, auch wenn sie uns nicht in jedem Moment den erwünschten Erfolg bringen.

 

Wir müssen uns mit Absagen abfinden, dürfen weinen, fluchen und uns auch mal zurückziehen und der Welt den Finger zeigen. Entscheidend ist nur, dass wir danach wieder aufstehen und gewillt sind, trotzdem weiterzumachen und zu glänzen, mit allem was wir zu bieten haben. Aber genau hier passiert dann auch die Magie. Genau dann öffnen sich die Türen und Tore, die wir uns so ersehnen. Dann, wenn wir uns nicht einsperren und eine Weltverschwörung gegen uns vermuten.

 

„Dreaming Big“ ist also mehr als eine reine Floskel. Großen Träumen hinterherzujagen ist eine persönliche Einstellung, eine Lebensphilosophie wenn man so will. Entscheidet man sich diesen Weg zu gehen, dann entscheidet man sich dafür mit Haut und Haar.

 

Nun frage ich dich, in sechs bis zwölf Monaten, wo möchtest du stehen? Und wie funktioniert das „Dreaming Big“ für dich? Nimmst du es ernst oder tendierst du gerne mal dazu ins schludern zu kommen?

 

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Gründerin/ Bloggerin / Autorin bei Mrs Globalicious
Doris ist die Autorin und Seele des Mrs Globalicious Online-Magazins. Als Journalistin und Autorin schreibt über ihre Lebenserfahrungen und erlangte Sichtweisen, die sie in verschiedenen Ländern und Lebenssituationen gewonnen hat. Mit ihrem ausgeprägten USA-Faible liebt sie es zu reisen - auch an Orte die nichts mit Burgern und Superbowl zu tun haben. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund wenn es darauf ankommt und beschäftigt sich leidenschaftlich gerne mit den Facetten des Lebens und Problemchen, für die es (nicht immer) eine Lösung gibt.
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3 Gedanken zu „Und dann war da dieser Traum von Hollywood – wie dieses „Dreaming Big“ wirklich funktioniert

  1. Liebe Doris! Dein Mut ist bewundernswert – Deine Energie regelrecht ansteckend! Deshalb lese ich Deinen Blog so gerne! Ich habe mich, nachdem ich meine wertvolle Lebenszeit jahrelang an einen Arbeitgeber verschwendet hatte und nachdem mich die Sinnlosigkeit eines eintönigen Jobs krank gemacht hatte, nun endlich für die Selbständigkeit entschieden. Geduld, harte Arbeit, Ausdauer… Du hast die Punkte genannt, an die man sich immer wieder erinnern sollte. Und einen Satz habe ich mir zum Credo gemacht: „It’s better to fail at something you love, than succeed at something you hate.“ Dieses „Dreaming Big“ passt auf mich nicht mal so wirklich, alles was ich will, ist meinen Lebensunterhalt durch eine selbständige Arbeit, die ich LIEBE, bestreiten zu können. Wenn’s mehr ist, ist auch gut. Wenn nicht, dann aber auch. Ich wünsche Dir für Deinen weiteren Weg in L.A. alles, alles Gute! Mit herzlichen Grüssen, Arletta

  2. WOW! Eine Geschichte, die inspiriert, die Mut macht! Das wahre Leben spielt sich ausserhalb unserer Komfortzone ab. Wir lassen uns allzuoft von unserer Angst, zu scheitern, blockieren. Doch wenn wir es einfach tun, einen großen Schritt aus der Komfortzone heraus machen, öffnen sich Türen! Und jedes dieser neuen Erlebnisse macht Spass, bringt neue Erfahrungen mit sich, lässt uns wachsen und reifen. Viel Spass und Erfolg auf dieser Reise! Alles Liebe Heike

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