Warum ich schreibe: Von der Kunst loszulassen – Mrs Globalicious

Warum ich schreibe: Von der Kunst loszulassen

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Eine der meist gestellten Fragen, die mich erreichen, ist, wie es dazu kam, dass ich meine Leidenschaft fürs Schreiben entdeckt und einen Blog eröffnet habe. Nun ja, was soll ich sagen … Ich war nur eine von vielen Tausenden Mädels, die Carry Bradshaw und ihr Leben im Big Apple vergötterten. Carrie gab mir doch tatsächlich damals den Ansporn, mein Leben so auszurichten, wie ich es wollte. Das hatte aber weniger was mit dem Shoppingwahn oder den Partys zu tun, sondern eher damit, ein unabhängiges Leben zu leben und es mit den Dingen zu füllen, die mir wichtig sind. Mit den Mädels um die Häuser ziehen und mit meinen Erfahrungen andere Menschen inspirieren.

 

Ich muss zugeben, mich hat am meisten das Leben als Kolumnistin gereizt. Ich konnte mir damals – wie auch jetzt – nichts Schöneres vorstellen, als mit dem erfolgreich zu werden, dass mir wirklich Spaß macht. Ich wollte schon immer einen Beruf, den ich nicht als Arbeit ansehen musste und war einfach noch nie der klassische Typ „Lohnempfänger“, der sich damit zufrieden geben konnte, am Ende des Monats Betrag XYZ auf dem Konto zu wissen.

 

Ich habe auch heute noch keine schicke Stadtwohnung und keinen Kleiderschrank, der sämtliche Normalität sprengt, aber ich habe eins erreicht: Das Bewusstsein und den Willen, das umzusetzen, was ich mir vornehme. An der Stadtwohnung im Big Apple und den ersten Paar Manolos arbeite ich derzeit noch.

 

Aber warum gerade schreiben? – Warum nicht Gitarre spielen, malen oder handwerkeln?

Die Art und Weise, wie ich versuche das Leben zu meistern und auch in harten Zeiten nie den Verstand völlig zu verlieren, war schon immer für mich ein Grund, einige Zeilen zu schreiben. Jedoch hatte ich durch meine vielen Umzüge nie viele Freunde, mit denen ich mein Leben teilen konnte. Ich bin mit 21 von daheim ausgezogen, kannte zumeist nie einen Menschen dort wo ich hinzog und ich fühlte mich oft allein. Das Schreiben hatte mir damals sehr geholfen nicht absolut in die Einsamkeit abzudriften. Ja, es mag sich komisch anhören, aber das Schreiben ermöglichte mir irgendwie, mich mit mir selbst zu unterhalten, mir zuzuhören, aber mir auch Mut zuzusprechen.

 

Ich konnte meine Gedanken, meinen Ärger, meinen Frust, sowie auch die vielen positiven Erlebnisse für mich festhalten, und hatte somit einen imaginären Freund, der mir immer „zuhörte“. Mittlerweile ist das Schreiben für mich viel mehr als nur meinen Kopf zu klären oder Selbstgespräche zu führen. Ich sehe immer wieder, wie ich andere mit meiner Geschichte und mit meinen Gedanken begeistern kann, wie sie sich in meinen Worten wiederfinden und sich durch meine Texte verstanden fühlen. Ich finde es einfach toll, wenn ich damit Menschen helfen kann, ihre Unzufriedenheit zu überdenken und Wege zu finden um daraus wieder tolle Momente entstehen lassen zu können.

 

Aber wie schreibe ich eigentlich?

Ich schreibe eigentlich immer. Im Bett, auf der Couch, am Esszimmertisch, im Auto (als natürlich nur wenn ich nicht fahre), im Coffeeshop, im Flugzeug, auf dem Smartphone, im Notizblock, auf dem iPad, am Macbook … Ich habe immer etwas dabei zum schreiben. Mein Kopf dreht sich den ganzen Tag um all die Dinge, die in meinem Leben gerade sehr präsent sind oder es in der Vergangenheit waren. Das muss irgendwann ja auch mal raus. Damit ich aber komplette Texte schreiben kann, brauche ich Ruhe und die Möglichkeit, mich in irgendwo zu verschanzen. Dann gebe ich mich komplett der Situation hin und lasse meinen Gedanken freien Lauf.

 

Seit circa einem halben Jahr habe ich mir nun angewöhnt sogenannte „Morgenseiten“ zu schreiben. Morgenseiten sind für mich wie eine Art Tagebuch, die nicht zwingend jeden Tag geschrieben werden, aber sie helfen mir im Kopf wieder klarer zu werden. Es geht darum, wirklich alles aus dem Kopf abzuladen, ganz unabhängig ob diese Dinge miteinander zu tun haben oder nicht – auch braindumping genannt. Manchmal habe ich an manchen Tagen einfach das Gefühl mich auskotzen zu müssen und diese Seiten helfen mir dabei mir einfach alles von der Seele zu schreiben.

 

Die besten Ideen für Blogposts oder Bücher kommen mir aber meistens während ich mit dem Auto unterwegs bin und meine Gedanken wild umherspringen. Am produktivsten bin ich dagegen eher Nachts oder Abends, wenn alles schläft und ich mich zu einem Date mit meiner Nachttischlampe und meinem Laptop an meinen Schreibtisch oder ins Bett verkrieche.

 

Ich bin auch noch voll Oldschool unterwegs und schreibe ganz klassisch in Word, keine fancy Programme wie Evernote, Scrivener oder wie sie alle heissen. Nicht dass ich das ein oder andere nicht auch schon ausprobiert hätte, aber ich finde mich trotzallem immer wieder zurück in das klassische Schreibprogramm von Office. Ich schreibe einfach und schalte meinen Kopf für die anderen Dinge aus – z.B. Social Media, E-mails oder andere Webseiten. Wenn ich erstmal im Schreibmodus bin, bin ich wie in Trance und es gibt fast nichts das mich ablenken kann. Deshalb schreibe ich vorzugsweise auch Nachts.

 

Was ist mit Schreibblockaden?

Ich bin nun schon seit einigen Jahren im Schreibbusiness unterwegs und es vergeht eigentlich kein Tag, an dem ich nicht schreibe, auch wenn ich nicht jeden Tag etwas veröffentliche. Wenn ich nicht an Beiträgen für meinen Blog schreibe, schreibe ich an meinem Buch, externe Gastbeiträge, Morgenseiten oder für diverse andere Projekte, die sich in der Pipeline befinden. Hier macht ganz eindeutig Übung den Meister und Schreibblockaden treten daher bei mir mittlerweile eher selten auf.

 

Hin und wieder habe ich sie natürlich auch noch, aber mit der Zeit habe ich meine produktiven Zeiten gefunden und schreibe auch wirklich nur dann, wenn ich den Kopf entsprechend dafür habe oder wenn mir danach ist. In diesem Beitrag habe ich dir aber auch nochmals zusammengefasst, wie Du am besten mit Schreibblockaden umgehen kannst.

Nutze das Schreiben als ein Lüftungsventil

Es gibt im Leben so einige Situationen, in denen man sehr stark zu kämpfen hat und viele von diesen Situationen fallen auch unter die „verschlossene“ Kategorie, die niemanden etwas angeht – nicht mal Freunde und Familie. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, denn auch ich habe in meinem Leben schon so einige Momente erlebt, die ich ausschliesslich für mich selbst verarbeiten musste und auch wollte. Das Herz hat aber nur eine bestimmte Aufnahmekapazität und spätestens dann, wenn es ihm zuviel wird, solltest Du eine Möglichkeit finden, um diese angestaute Energie loszuwerden.

 

Indem du die Begeisterung für´s  Schreiben für dich entdeckst, gewinnst du also eine wertvolle Ressource, die dir nicht nur hilft, angestaute Energien loszuwerden, sondern dir auch die Notwendigkeit nimmt, mit Deinen Gedanken gleich hausieren gehen zu müssen. Schreiben reinigt den Geist, lockert deine Seele und nimmt Dir den Druck von der Brust, dass Du alles allein bewältigen musst.

 

Bist du ebenfalls ein leidenschaftlicher Schreiberling? Wieso hast Du Dich dafür (oder dagegen) entschieden?

 

 

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Gründerin/ Bloggerin / Autorin bei Mrs Globalicious
Doris ist die Autorin und Seele des Mrs Globalicious Online-Magazins. Als Journalistin und Autorin schreibt über ihre Lebenserfahrungen und erlangte Sichtweisen, die sie in verschiedenen Ländern und Lebenssituationen gewonnen hat. Mit ihrem ausgeprägten USA-Faible liebt sie es zu reisen - auch an Orte die nichts mit Burgern und Superbowl zu tun haben. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund wenn es darauf ankommt und beschäftigt sich leidenschaftlich gerne mit den Facetten des Lebens und Problemchen, für die es (nicht immer) eine Lösung gibt.
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Ein Gedanke zu „Warum ich schreibe: Von der Kunst loszulassen

  1. Huhu MrsGlobalicious,

    als ich 17 war, brauchte ich das, was du Lüftungsventil nennst. Und ich wollte Gitarre spielen. Merkte aber schnell, dass es so einfach nicht ist. Der Unterricht war teuer, im Unterschied zu meinem Talent. Bin ich also aufs Schreiben gekommen, denn da hatte ich die Grundlagen wie alle anderen Leute auch durch die Schule mitbekommen. Das erleichterte den Start.

    Das war es. Das war die Möglichkeit sich auszudrücken und alles rauszulassen, was man keinem erklären konnte und keiner wissen wollte oder auch gar nicht direkt gesagt werden konnte. Dann stand es auf dem Papier und man konnte es in die Hand nehmen und sich davon distanzieren – oder es lieben. Letztlich hat es nicht nur mein Leben gerettet, sondern – wenn auch erst nach Jahren – meine berufliche Laufbahn beeinflusst. Ohne Schreiben geht es für mich nicht.

    Mein Kommentar ist Teil einer Challenge #ConterestCommentsChallenge

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