Angst vor Ablehnung: Was mich Carrie Bradshaw über Ablehnung lehrte – Mrs Globalicious

Angst vor Ablehnung: Was mich Carrie Bradshaw darüber lehrte

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Mein ganzes Leben lang habe ich in der Hoffnung gelebt, dass mir jene positive Dinge widerfahren werden, die ich in meinen Tagträumen vor mich hingeträumt oder die mir nachts vor lauter „Wie soll ich das jemals erreichen?“ den Schlaf geraubt haben.

 

Ich verstand nie, wie Freunde und Bekannte Dinge quasi in den Schoss gelegt bekamen, für die ich mir die Nächte um die Ohren schlagen musste. Ich begriff es einfach nicht, dass mir immer wieder Möglichkeiten verwehrt wurden, obwohl ich dachte, ich wäre wie gemacht dafür gewesen. Konnte ich mich wirklich jedes Mal irren? Oder musste ich einfach nur auf die härteste Weise erfahren, dass das Leben einen anderen Plan für mich hatte?

 

Der Ursprung in diesem Gedanken liegt in einem TV-Beitrag, den ich mir vor einiger Zeit angeschaut habe. Es ging darum, dass eine deutsche Modebloggerin die großartige Chance auf ein Journalistenpraktikum im USA-Korrespondenzbüro eines deutschen Klatschmagazins in Manhattan bekommen hatte. Die Chance, die diese Bloggerin bekam, war großartig. Eine Woche als Boulevardreporterin in New York City. Ein Traum so vieler Mädels. Promis, Galas, Klatsch und Tratsch im Big Apple, ein Hauch von Sex and the City. Welches Mädel wünscht sich das nicht? Ein Leben wie Carrie Bradshaw. (Ich frage mich gerade, ob es wirklich jemanden gibt, der genau so ein Leben führt).

 

Das war es. Ja, das war genau das, was ich mir früher als treuer Sex and the City Fan ebenfalls wünschte. Ich muss gestehen, diese Serie war schuld daran, dass ich Gefallen an dem Job der Journalistin gefunden hatte. Eine eigene Kolumne in einem Magazin, erfolgreiche Bücher, die in die Herzen der Frauen nur so hinein flattern und natürlich das Thema Liebe. Nur nicht so dramatisch wie in der Serie.

 

Nun ja, der Gefallen am Schreiben ist mir geblieben …

… als Journalistin konnte ich mittlerweile auch arbeiten, nur bin ich etwas von Kurs abgekommen und habe heute keine eigene Kolumne in einem Hochglanzmagazin und arbeite gerade erst an meinem ersten Buch. Nicht, dass das schlechter ist. Im Gegenteil – ich liebe es.

 

Jedenfalls, während ich die Sendung verfolgte, wurde ich stark an das Gefühl erinnert, das mich beschäftigte, als ich im zarten Alter von 20 Jahren war. Genau das wollte ich auch – damals. Ich fragte mich, wie viele der Mädels, die sich gerade diesen Beitrag ansehen, wünschten sich einmal in ihrem Leben so viel Glück zu haben.

 

Einmal im Leben die grosse Chance auf den Traumjob.

Sei es bei der Vogue oder sonst wo. Der Beruf der Journalistin steht gerade bei Frauen sehr hoch im Kurs und ich kenne einige, die ihr letztes Hemd für ein Mandat bei einem großen Magazin geben würden.

 

Ich weiß nicht, ob diese Bloggerin die Chance auf das einwöchige Praktikum nur durch ihren hohen Bekanntheitsgrad durch ihren Blog bekommen hatte, oder ob sie wirklich darauf beworben und aufgrund ihrer Fähigkeiten ausgewählt wurde. Versteht mich nicht falsch – ich schätze das Mädel wirklich sehr, gönne es ihr und halte sie auch für durchaus talentiert. Ich hatte lediglich das Bedürfnis diesen Gedanken niederzuschreiben, da ich in im Sinne der Selbstverwirklichung für sehr relevant empfinde.

 

Wer legt eigentlich die Standards für die Eignung fest?

Wieso sind wir so weit gekommen, uns von jemandem sagen zu lassen, ob wir genug für diesen oder jenen Job sind? Und warum fällt es uns Frauen manchmal so schwer, für uns selbst und unsere Fähigkeiten einzustehen? Okay, mir ist bewusst, dass man für manche Dinge, je nachdem wo man arbeitet, einfach gewisse Vorkenntnisse oder grundsätzliche Fähigkeiten mitbringen sollte, aber ich habe es damals als sehr schmerzlich empfunden, wenn ich eine Absage für einen Job bekommen habe, der für mich die Welt bedeutet hätte.

 

Ich wusste, ich konnte nicht alles und ich wusste auch, dass es Perfektionismus unter den Menschen nicht gibt. Keiner kann alles. Aber ich wäre gewillt gewesen, das Fehlende zu erlernen. Stattdessen bekam ich mit jeder Absage immer wieder gefühlt eins mit der Keule mit. Als wäre ein Richter – wohlgemerkt, ein Mensch, der mich nicht kannte – vor mir gestanden und hätte mir immer wieder in den Kopf gehämmert, dass ich zu nichts tauge und generell für nichts zu gebrauchen wäre. Das schmerzte einfach.

 

Nun ist es durchaus berechtigt zu sagen, dass man ja heutzutage irgendwo selektieren muss, um die Besten von den Besten herauszupicken. Das stimmt sicherlich auch. Mir geht es aber heute um was anderes. Mir geht es heute darum, dass Ablehnung in uns einen Schmerz verursacht, der uns bei mehrmaligem Widerfahren innerlich zerbrechen lässt.

 

Ich finde es so schade, dass es gerade so junge Hüpfer im zarten Alter von 18 bis 22 Jahren durch zum Teil wirklich herzlose Absagen und die Angst vor Ablehnung so hinuntergezogen werden, dass man ihnen glaubhaft vermittelt, dass ihr Traum nichts taugt.

 

Während ich also da saß und der jungen Lady beim Meistern und Scheitern ihrer Herausforderungen in New York City zusah, dachte ich darüber nach, wie viele Träume zerplatzen und junge Talente verloren gehen, weil man es (nicht selten im engsten Vertrautenkreis) versäumt, ihnen zu zeigen, wie wertvoll ihre Visionen für ihre eigene Zukunft und unsere Gesellschaft sind.

 

Hunderte Bewerbungen innerhalb kürzester Zeit …

… würden jeden Tag in der Redaktion des Magazins eingehen, so wurde es im Bericht gesagt. Also Hunderte von kleinen Möchtegern-Journis, Möchtegern-Carries oder einfach nur Möchtegern-Kreativköpfen, die womöglich nie eine Chance haben werden, ihre Leidenschaft in voller Größe zu zeigen.

 

Wo wir wieder beim Thema Mrs Globalicious wären.

Sie ist nur eine unter wenigen, die sich den Traum – und wenn nur für ein Praktikum – erfüllen konnte. Ich dachte aber sofort an die vielen anderen Frauen, die nach einer oder mehreren Absagen die Flinte ins Korn schmeißen, sich die Worte der Absagen zu Herzen nehmen und ihrenTraum auf Eis legen. Leider sind nicht alle Menschen dazu gestrickt, hartnäckig und mit viel Ausdauer an einer Sache dranzubleiben, auch wenn mal mit viel Gegenwind zu rechnen ist.

 

Die Angst vor Ablehnung ist einer der großen Faktoren, die ein menschliches Herz schnell brechen lassen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Ablehnung im Job, in der Familie, in der Beziehung oder im Bekannten- und Freundeskreis handelt. Niemand möchte gern abgelehnt werden. Der Mensch ist ein soziales Wesen und muss erst lernen, damit umzugehen, wenn man nicht gebraucht, ausgestoßen oder beiseite gestoßen wird.

 

Die Erfahrung der Ablehnung hat sich in mein Hirn gebrannt …

… und ich habe leider erst spät erkannt, dass es keine Rolle spielt, was andere über mich denken, für, wie fähig sie mich halten oder was sie mir zutrauen, solange ich es selbst tue. Es spielt keine Rolle, ob sie meinen Visionen und Ideen folgen können, denn nur ich weiß, wie sie im Detail aussehen. Es spielt keine Rolle, ob sie meinen Weg für richtig empfinden, denn ich werde ihn alleine gehen. Und es spielt keine Rolle, was sie für richtig halten, denn es ist mein Leben und das lebe nur ich.

 

Ich wusste schon damals, es wird der Zeitpunkt kommen, an dem ich mein eigenes Ding mache. Und das wird so geil sein, dass es mich nicht mehr kümmern wird, ob sie es für schlecht, mittelmäßig oder sogar für gut empfinden.

 

Ach übrigens: Dieses Mädel hat sich (vorerst) gegen eine Karriere in dieser Redaktion entschieden. Warum? Weil sie ihren Traum mit der Führung ihres eigenen Blogs, mehr austoben kann, als sie es vermutlich jemals in der Redaktion dieses Boulevardmagazin hätte tun können. Und ich finde, sie hat sich richtig entschieden.

 

Was lernen wir daraus? Höre auf das, was Dein Herz Dir sagt. Denn nicht alle Türen, die anfangs richtig und mächtig erscheinen, entwickeln sich auch zu den richtigen Türen für Deinen Lebensweg.

 

Deine Gedanken dazu? 

 

 

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Gründerin/ Bloggerin / Autorin bei Mrs Globalicious
Doris ist die Autorin und Seele des Mrs Globalicious Online-Magazins. Als Journalistin und Autorin schreibt über ihre Lebenserfahrungen und erlangte Sichtweisen, die sie in verschiedenen Ländern und Lebenssituationen gewonnen hat. Mit ihrem ausgeprägten USA-Faible liebt sie es zu reisen - auch an Orte die nichts mit Burgern und Superbowl zu tun haben. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund wenn es darauf ankommt und beschäftigt sich leidenschaftlich gerne mit den Facetten des Lebens und Problemchen, für die es (nicht immer) eine Lösung gibt.
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4 Gedanken zu „Angst vor Ablehnung: Was mich Carrie Bradshaw darüber lehrte

  1. Ich glaube bei Jobvergaben spielen Kontakte eine große Rolle. Zu allen Zeiten hatten Kinder einflussreicher Eltern beruflich Vorteile, auch wenn sie nicht so clever waren. Mittlerweile arbeite ich schon 10 Jahre und hab schon einiges gesehen. Es gibt sie, die Frauen die sich hochschlafen.

  2. Ein wunderschöner, sehr ehrlicher Artikel! Ich bin grad ganz aufgeregt. Hab ein Jobangebot beim Fernsehen, der Job an sich ist aber unfassbar dämlich. Ich sehe es nur als eventuelle Tür für einen eventuellen Einstieg um eventuell…. nächstes Jahr wieder planlos dazustehen. Ich glaube, dein letzter Satz hat mir gerade bei meiner Entscheidung geholfen. Ich lasse es. Vielleicht kann ich jetzt auch wieder schlafen;) Danke und weiter so!

  3. „Eine Woche als Boulevard-Reporterin in New York City. Ein Traum so vieler Mädels. Promis, Galas, Klatsch und Tratsch im Big Apple, ein Hauch von Sex and the City. Welches Mädel wünscht sich das nicht?“ – ICH! 😉 Trotz der Tatsache, dass ich Journalistin werden wollte/hauptberuflich schreiben wollte, war genau dieser oberflächliche Kram immer so etwas wie ein rotes Tuch für mich. 😉

    Ich glaube, dass es ein wenig kurzgegriffen ist, zu sagen, dass man ohne die nötigen Kontakte/das Geld/die richtigen Eltern keine Chance hätte. Denn dann gibt man einfach anderen die Schuld, statt selbst Verantwortung für sein Leben zu übernehmen. Kontakte kann man knüpfen. Geld verdienen. Und der Werdegang der Eltern hat nur noch in den allerwenigsten Fällen wirklich etwas mit dem zu tun, was man selbst später macht. Ich persönlich glaube, die meisten geben einfach zu schnell auf.

    Liebe Grüße,
    Celsy

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