Warum Soloreisen dich zu einem anderen Menschen machen – Mrs Globalicious

7 Gründe warum Soloreisen dich zu einem anderen Menschen machen

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Leidenschaftlich gerne lese ich die Blogs von Backpackern, Flashpackern, Soloreisenden oder wie auch immer man sie nennen mag. Wenn ich dabei den Kommentarverlauf der einzelnen Berichte verfolge, stoße ich dabei immer wieder auf folgende Frage: „Bist du nicht einsam?“

 

Ich habe mir die Frage nach der Einsamkeit auf Soloreisen nun auch mal durch den Kopf gehen lassen und sie ins Verhältnis zu meinem Leben und meinen Erlebnissen gesetzt. Bin ich allein? Bin ich einsam? Bin ich ein Einzelkämpfer?

 

In gewisser Hinsicht bin ich das vielleicht schon. Ich muss zugeben, ich bin zwar gerne unter Leuten, jedoch nicht unbedingt ein Teamplayer. Ich erledige Dinge lieber im Alleingang und genieße vor allem bei der Arbeit die Ruhe. Je nachdem was ich tue, kann ich dabei entspannen und vergesse die Zeit. Vor allem wenn ich schreibe. Andererseits bin ich gerne mit Menschen zusammen. Ich liebe es, neue Bekanntschaften zu schließen, Lebensgeschichten zu hören und von ihnen zu lernen.

 

Das ein oder andere Mal bin ich auch bereits allein losgezogen. Ich bin zum Beispiel für ein halbes Jahr nach Detroit, um dort in der unbekannten Ferne mein Auslandspraktikum zu machen. Oder ich habe die Zeit in Kopenhagen und New York als Singlereisende genossen. Als Backpackerin war ich noch nie unterwegs, jedoch bin ich in meinem Leben schon des Öfteren umgezogen und habe in fremden Ländern und Städten einen Neuanfang gewagt. Und ich habe nie dabei verloren. Warum?? Das verrate ich Dir jetzt:

 

Allein sein rockt!

Diesen Satz habt ihr vermutlich schon bei den ein oder anderen Bloggern gelesen – allein sein heißt nicht, dass man einsam ist. Und auch wenn er schon etwas ausgelutscht ist – er ist so wahr! Ich muss anderen Recht geben, wenn sie sagen, dass man sich nie wirklich einsam fühlt. Dank der heutigen Kommunikationsmöglichkeiten findet man immer mittel und Wege, bei Heimweh oder Depriphasen nach Hause zu telefonieren und vertraute Stimmen von Freunden und Familie zu hören. Des Weiteren ist es nahezu unmöglich, so komplett allein über mehrere Monate zu reisen – es sei denn natürlich, man möchte es so.

 

Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass man überall Gleichgesinnte oder interessante Leute findet. Man muss nur aufgeschlossen sein. Es spielt auch keine Rolle, ob man in einem Hostel, einem Hotel oder übers Couchsurfen bei Privatleuten unterkommt. Man sollte einfach nicht überskeptisch und zu sicherheitsfanatisch fremden Menschen gegenüber sein, dann kommt der Rest von ganz allein. Alles andere blockiert nur. Vom frei sein und vom Genießen der einzigartigen Momente.

 

Man lernt viel über seine Stärken und Schwächen

Meine erste Singlereise ging nach Detroit und ich hatte, obwohl ich mich tierisch darauf freute, sooo viel Schiss davor. Alleine da drüben nicht klarzukommen, war meine größte Angst. Ich meine, ich war 24. Gut kein Baby mehr, aber es war meine erste große Reise. Zu dem noch allein. In ein Land, das ich bis dato nur aus den Medien kannte. Ich hatte Hochs und ich hatte Tiefs.

 

Ich manövrierte mich in Momente, in denen ich am liebsten alles hingeschmissen und abgebrochen hätte. Aber ich habe es durchgezogen und bin nun nicht nur um eine Erfahrung reicher, sondern auch wahnsinnig stolz, dass ich es durchgezogen habe. Ich musste mich auf mich selbst und mein Bauchgefühl verlassen. Habe viel über mich in Extremsituationen gelernt, meine Stärken ausgebaut und bin mit meinen Schwächen gewachsen.

 

Gefahren sind nicht so groß, wie sie anfangs scheinen

Je nachdem wohin es einen verschlägt, muss man mehr oder weniger auf sein Wohl achten. Daher ist es sicherlich sinnvoll, sich über das Land vorher zu informieren. Beispielsweise ist es interessant zu wissen, von welchen Ecken man sich eher fernhalten sollte. Dafür gibt es zahlreiche Reiseführer oder eben Blogger, von denen man, meiner Meinung nach, immer noch am meisten lernt. In jedem Land gibt es einfach goldene Regeln, die man befolgen sollte.

 

Ich bin seit 2007 allein unterwegs und mir ist noch nie etwas passiert. Man sollte sich selbst nicht paranoid machen und die schlechten Klischees etwas entschärfter sehen. Meist sind diese nicht total unbegründet, aber sicherlich überbewertet. Zuviel Skepsis verdirbt einem einfach den Spaß an dem Ganzen und man hat keinen Blick mehr für die wirklich schönen Dinge.

 

Man lernt Land und Leute anders kennen

Wer alleine reist, wird mit der Zeit mutiger und offener. Man stellt sich eher auf die Gegebenheiten verschiedener Länder und Städte ein und es fällt einfacher, Land und Leute besser kennenzulernen. Soloreisende lernen Sprachen schneller, weil sie auf sich allein gestellt sind und viel eher mit Einheimischen oder auch anderen anderssprachigen Reisenden gestikulieren müssen. Die Blicke hinter die Kulissen und abseits der Touristenspots werden wahrscheinlicher und es entstehen Momente, die man in seinem Leben so schnell nicht mehr vergessen wird.

 

Man findet seinen eigenen Rhythmus

Mein größter Fehler, den ich jemals gemacht habe, ist, dass ich meine Reisen praktisch nur durch die Kamera erlebt habe. Wieder daheim im Alltag habe ich mich dann so darüber geärgert, da ich die schönsten Momente nicht verinnerlicht und sie quasi nur für ein Foto abgeklappert habe. Mittlerweile habe ich daraus gelernt und reise ganz anders. Ich nehme mir Zeit und schaue Dinge an, die mich wirklich interessieren – auch wenn sie mit den typischen Touristenattraktionen überhaupt nichts zu tun haben. Ich setze mich auch einfach mal an den Strand und denke nach, reflektiere oder nehme mir Träume und Ziele vor Augen. Solche Momente sind einfach Gold wert.

 

Soloreisende reifen in ihrer Persönlichkeit

Meine Persönlichkeit von heute wurde durch die Zeit meiner Abwesenheit geschmiedet. Bevor ich zum ersten Mal meine Koffer gepackt hatte, war ich sehr unentschlossen in meinem Leben. Ich hatte viele Dinge vor, bin aber nichts angegangen. Ich habe viele Dinge von den Meinungen anderer abhängig gemacht und war lange nicht so selbstsicher, wie ich heute bin. Wer mich kennt, weiß, dass mich meine Zeit im Ausland sehr verändert hat und ich einen ganz schönen Schwenker in meiner Persönlichkeit gemacht habe.

 

Mittlerweile bin ich ruhiger, lockerer und kein Kontrollfreak mehr. Ich bin in vielen Dingen gelassener und mir bricht kein Zacken aus meinem Krönchen, wenn nicht alles nach Plan läuft, da ich gelernt habe, mich verschiedenen Situationen anzupassen und auch über Dinge hinwegzusehen. Wiederum habe ich aber gelernt, dass nichts unmöglich ist und dass alles möglich wird, wenn man sich realistische Ziele steckt und Kritikern keine Chance gibt.

 

Schüchternheit verfliegt wie im Nu

Zuerst muss ich sagen, ich war noch nie der Typ, der wildfremde Menschen auf der Straße anspricht oder einfach mal so neue Freunde findet. Ich bin nicht wirklich schüchtern, aber ich brauche einfach eine gewisse Zeit, um mit Leuten warm zu werden. Im letzten Jahr habe ich mich das erste Mal ins Abenteuer Couchsurfing gestützt und es war so ganz anders, als ich es mir vorgestellt hatte. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich so schnell in einem fremden Leben wohlfühlen könnte, was sicherlich auch daran lag, dass die Hosts wirklich tolle und aufgeschlossene Menschen waren. Sie kannten keine Scheu und haben mich sofort unter ihre Fittiche genommen und sind so herzlich mit mir umgegangen.

 

Es war eine tolle Erfahrung, die ich nicht mehr missen möchte und die ich sicherlich wieder eingehen werde. Viele Traveller sind sich dessen bewusst, dass es unzählige Menschen auf der Welt gibt, die ihre Leidenschaft teilen. Sie sind aufgeschlossen, abenteuerlustig und manche kennen keine Hemmungen, wenn es darum geht, fremden einfach ein Drink in die Hand zu drücken und sie dazuzuholen. Darum ist das Reisen vor allem für schüchterne Menschen, eine super Möglichkeit die Schüchternheit loszuwerden, tolle Kontakte zu knüpfen und eventuell Freunde fürs Leben zu finden.

 

Bist du schonmal allein gereist? Wie ist es dir dabei ergangen?

 

 

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Gründerin/ Bloggerin / Autorin bei Mrs Globalicious
Doris ist die Autorin und Seele des Mrs Globalicious Online-Magazins. Als Journalistin und Autorin schreibt über ihre Lebenserfahrungen und erlangte Sichtweisen, die sie in verschiedenen Ländern und Lebenssituationen gewonnen hat. Mit ihrem ausgeprägten USA-Faible liebt sie es zu reisen - auch an Orte die nichts mit Burgern und Superbowl zu tun haben. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund wenn es darauf ankommt und beschäftigt sich leidenschaftlich gerne mit den Facetten des Lebens und Problemchen, für die es (nicht immer) eine Lösung gibt.
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5 Gedanken zu „7 Gründe warum Soloreisen dich zu einem anderen Menschen machen

  1. Richtig guter Post! Erkenne mich in vielen wenn nicht sogar in allen Punkten wieder und kann das genau so unterschreiben! War bisher zwar nur einmal solo für 6 Wochen unterwegs aber auch im Alltag bin ich manchmal solo und es stört mich kaum! Bin auch allgemein vom reisen so viel entspannter geworden und weniger Kontrollfreak haha 😀

    Liebe Grüße <3
    Jasmin von nimsajx.blogspot.de

  2. Hi, alle meine letzten Reisen habe ich alleine gemacht Südafrika, Thailand, Malaysia. Meine erste Reise in Australien war ich mit Freunden unterwegs und das hat auch super Spaß gemacht. Ich finde beides super. Wenn es zeitlich und mit dem Geld bei Freunden nicht klappt, dann fahre ich alleine los.

    1. Lieber Daniel,

      so handhabe ich es auch, man lebt ja schliesslich nur einmal 🙂 Andererseits würde ich vielleicht nie verreisen können. Irgendwas ist bekanntlich immer 🙂

      Liebe Grüsse,

      Doris

  3. Klasse Artikel, stimme Dir in vielen Punkten zu. =)

    Alleine zu reisen ist auch die perfekte Möglichkeit, mehr über sich selbst zu erfahren, also die eigenen Vorlieben zu entdecken (wenn man nur in Begleitung reist, ist dies deutlich schwerer)

    Und wenn dann doch diese gewisse Traurigkeit auftritt, dass man einen besonders schönen Moment nicht mit jemand teilen kann, sollte man versuchen, ihn einfach aufzuschreiben – dadurch werden die Gedanken geordnet und auch die Emotionen besser verarbeitet. (Wer regelmäßig bloggt hat da einen gewissen Vorteil 😉

    Was die Gefahren angeht, so gibt es sogar Untersuchungen, die zeigen, dass Reisende in Wirklichkeit eher selten in Vorfälle verwickelt werden. Ich reise seit Jahren alleine und die wohl schönste Erkenntnis ist, dass die meisten Menschen im Inneren positiv gestimmt sind (egal, wie das momentane Äußere aussehen mag) und einem helfen – wenn man denn fragt.

    LG, Valerie

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